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GUTES LEBEN

Wahl Goldener Windbeutel


Berlin (26.4.10): foodwatch dürfte sich mehr und mehr zu einer schlagkräftigen und wirkungsmächtigen Konsumentenorganisation entwickeln. Die jüngste Wahl zum "Goldenen Windbeutel", der die dreistesten Werbelügen prämiert, zeigt zum zweiten Mal erstaunliche Wirkung. Zott will die Rezeptur ändern.
Zur Vorgeschichte: Als Eckes-Granini dereinst Kandidat zum "Goldenen Windbeutel" war und als 4.dreisteste Lüge von foodwatch prämiert wurde, hat Eckes-Granini den "Windbeutel"Kandidaten*, der FruchtTiger, umfassend umgestellt; von der Zusammensetzung bis zur Werbelinie (s.h. Bericht auf Glocalist > bit.ly/dBHymV ). Nun ist der Verbraucherorganisation foodwatch dieses Kunststück ein zweites Mal gelungen mit der heurigen Wahl zum "Goldenen Windbeutel": Die Molkerei Zott, die umgehend eine Änderung ankündigte. Es zeigt sich, dass mit einer konsequenten Linie sehr viel geändert werden kann statt mit Weichspülerkurs a la UTOPIA.

Die Verbraucherrechtsorganisation foodwatch hat der Molkerei Zott am 23. April den Goldenen Windbeutel 2010 für die dreisteste Werbelüge des Jahres am Firmensitz im bayerischen Mertingen (Landkreis Donau-Ries) verliehen. Bei einer Online-Wahl auf www.abgespeist.de entfielen mit Abstand die meisten der mehr als 80.000 Stimmen auf das überzuckerte Kinderprodukt "Monte Drink". Doch kein Vertreter der Zott-Geschäftsführung war bereit, den Preis entgegenzunehmen und mit foodwatch über die Verbraucherkritik zu sprechen. Aber in seiner Pressemitteilung kündigte die Molkerei allerdings "Anpassungen und Verbesserungen in der Darstellung gegenüber den Verbrauchern wie in der Rezeptur" an.

"Wenn Zott von seiner Etikettenschwindel-Strategie abkehrt, ist das ein echter Erfolg für die Verbraucher", erklärte Anne Markwardt, Leiterin der foodwatch-Kampagne abgespeist.de. "Offenbar ist die Lebensmittelindustrie nur mit großem öffentlichen Druck zu einer ehrlicheren Werbestrategie zu bewegen. Wir werden verfolgen, ob es Zott ernst meint und die Kunden nicht länger mit fadenscheinigen Ausreden abspeist. "

Bei der Wahl der dreistesten Werbelüge des Jahres hatten vom 22. März bis zum 22. April 81.451 Verbraucher auf der Internetseite www.abgespeist.de abgestimmt. Der "Monte Drink" von Zott erhielt dabei 37,5 Prozent der Stimmen. Das Produkt wird wie eine gesunde Zwischenmahlzeit für Kinder beworben, dabei enthält es umgerechnet acht Stück Würfelzucker in einem kleinen 200-Milliliter-Fläschchen und damit mehr als die gleiche Menge Cola.

Nach dem "Monte Drink" erhielt der Wellness-Tee "Der Gelbe Zitrone-Physalis" von Pfanner die meisten Stimmen (18,6 Prozent). Es folgen die "Duett Champignon Creme-Suppe" von Escoffier (15,2 Prozent), die Bio-Limonade "Beo Apfel & Heimat" von Carlsberg (14,7 Prozent) und die Pastasauce "Bertolli Gegrilltes Gemüse" von Unilever (13,9 Prozent).

* Korrektur vom 27. April: Im ursprünglichen Beitrag stand fehlerhaft, dass Eckes-Granini den Windbeutel-Preis erhalten habe.

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