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Donnerstag, 17. Mai 2012 - Eine andere Information ist möglich!
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Antisemitismus in Österreich - Horst-Wessel-Lied im ORF


Berlin/Wien (20.9.11): Glaubte man nach den antisemitischen Ausfällen einer Finanzministerin in Österreich, den Höhepunkt erlebt zu haben, der irrt: Am Freitag Abend spielt der staatliche Rundfunk Österreich (ORF) das Horst-Wessel Lied, dargebracht in der Talenteshow "Die Große Chance" als Aufzeichnung. Von Christian Neugebauer
Charles Gullick hat dereinst die unselige Traditionslinie des Antisemitismus in seinem fünfbändigen Werk "Von Habsburg zu Hitler" sehr überzeugend beschrieben. Er hatte mit vielen seinen Befunden recht, wenn man sich alleine die letzten Tage der offiziellen österreichischen Politik Revue passieren läßt, wo eine Finanzministerin übelste antisemitische Propaganda betreibt.

Und nun, spielt der staatliche Rundfunk das Horst-Wessel-Lied an einem Freitagabend zur besten Sendezeit dargebracht in der sogenannten Talenteshow "Die Große Chance".


Die unendliche Verantwortungslosigkeit wie Blamage ist, dass es sich nicht um eine Liveübertragung handelte, sondern um eine freigegebene Aufzeichnung, die eine vielköpfige Redaktion begutachtet und frei gegeben hat. Man muss sich fragen wie bildungs- und geschichtsfern diese Redaktion und ihre Verantwortlichen sein müssen.

Egal, welche Spekulation man nun anstellen mag - Unwissenheit, Absicht, Dummdreistigkeit, Verantwortungslosigkeit oder eine Kombination aus allem -, hier kann es auch nur Rücktritt geben vom Sendungsverantwortlichen.

Erst nach Protest von Zuschauern fiel der Eklat, das Unsagbare auf und wurde mit Bedauern quittiert. Und diese Reaktion, diese Stellungnahme des ORF ist nicht weniger erbärmlich und empörend; ja ganz im Gegenteil: Es wurde ja nicht der Text gesungen! Meine Herren und Damen im ORF, seid Ihr des Wahnsinns!

Es sei ein Versehen, sei ja kein Vorsatz...so der ORF. Da kann man nur mehr sagen: Ja, und blöd sind wir auch, weil wir so einen Unsinn ernsthaft als Rechtfertigung behaupten.

Dieses Österreich wird als eiternde, antisemitische Wunde einfach weiter machen. Und dazu wird das Horst-Wessel-Lied gespielt. Man darf gespannt sein, was Österreichs Politik als nächstes zu bieten hat.


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