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Banken auf Schadenersatz klagen


Berlin (23.10.11): Über die vier Grundrechnungsarten und warum man die Banken auf Schadenersatz klagen sollte. Von Christian Neugebauer
Griechenland hat rund 300 Milliarden Euro Schulden. Aktuell existiert ein Rettungsschirm namens ESFS, der dann 2013 zum EMS werden soll, mit rund 440 Milliarden und einen voraussichtlichen Hebel von 2 Billionen Euro. Seit dem Beginn der Finanzkrise hat die EU und ihre Staaten Rettungsschirme im Wert von rund einer Billion Euro aufgespannt, die allesamt zugunsten der Banken und ihrer Boni sind.

Nun, 3 Billionen Euro zu verbrennen und Schulden auf sich zu nehmen, um 300 Milliarden Euro Schulden zu bedienen?


Aus der Sicht der vier Grundrechnungsarten stimmt da was nicht und läuft gewaltig schief, außer die EU versteht sich als Sanierungsverbund für gescheiterte Banken.

Nun erklärt man derartige Überlegungen für falsch, denn sie haben ja nicht das Ganze im Blick, eben die segnende Rolle der Banken für die Wirtschaft, die Staaten und die Menschen überhaupt. Sie geben Kredite für start-ups und florierende Unternehmen, sie spekulieren nicht gegen Staaten und versorgen uns alle mit Geld, so dass sich Wohlstand, Freude und Glück mehre. So weit die Argumente aus dem Märchenland, wo die Grundrechnungsarten nicht gelten.

Zurück zur Wirklichkeit: Also, wir sollen uns über den Hals verschulden für Banken, die genau das nicht tun, was sie im Märchenland versprechen, um einen maroden Staat zu retten, dem diese weitsichtigen und wohltuenden Banken noch vor rund vier, ja drei Jahren das Geld im großem Stil nachgeschmissen haben. Ihr Risiko, ihr Pech, für das nun nicht die europäische Allgemeinheit haften darf. Denn der Gesellschaftsvertrag wurde schon vor langer Zeit von den Banken aufgekündigt.

Banken auf Schadenersatz klagen

Die Banken haben Produkte angeboten, mit welchen sie sich große Gewinne versprachen. Diese Produkte sind allesamt gegen die Wand gefahren. Es waren schlechte Produkte.

Man stelle sich vor beispielsweise, die Computerindustrie baut Computer mit hohem Milliardenaufwand, die dann allesamt in den Händen explodieren. Nicht nur, dass sie explodieren, nein, die korrekte Annahme wäre, dass die Computerindustrie in diesem fiktiven Beispiel gewusst hätte, dass diese Computer, die sie da produziert, in den Händen explodieren. Es wäre undenkbar, dass da die Staaten mit Rettungsschirmen einspringen. Sie würden Pleite gehen und hätten zahlreiche Schadenersatzklagen und den Strafrichter vor sich.

Ein Weg, den man mal auch gegenüber den Banken prüfen sollte! Denn die Banken wussten ob der Gefährlichkeit dieser ihrer Produkte und haben sie dennoch in Umlauf gesetzt und setzen sie weiter im Umlauf.

Es gab und gibt Alternativen

Nun muss man aber auch Gerechtigkeit gegenüber der Finanzbranche walten lassen und es zeigt auch sehr deutlich, dass die Sprüche von der „Alternativlosigkeit“ eben nur Sprüche und daher falsch waren. Es gibt Banken, die nicht in diesem Spiel der Banken mitgemacht haben, also sich anders entschieden, sich anders positioniert haben, eben andere Produkte: Es sind dies die Banken der Nachhaltigkeit. Sie werden aktuell bestraft für ihre seriöse Produktpolitik und zeigen dennoch, dass sie wachsen und es anders möglich gewesen wäre und noch immer anders möglich ist: Eine nachhaltige Finanzwirtschaft, wo die Grundrechnungsarten noch gelten.


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