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Die Krise ist eine Krise mangelnder Nachhaltigkeit


Berlin (23.11.11): Sieht man sich die aktuellen Krisen an, dann wird offensichtlich, dass sich diese entlang der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit entwickeln. Und die konventionellen Medien versagen; sie haben keinen Verstehensrahmen mehr dafür. Von Christian Neugebauer
Die drei aktuellen Krisen - Finanzkrise, Demokratiekrise und Klimakrise - entwickeln sich entlang bzw. sind eigentlich Ausdruck der drei vernachlässigten Dimensionen der Nachhaltigkeit: Ökonomische, soziale und ökologische Gerechtigkeit, Friede und Freiheit.

Die angebotenen Lösungen aus der Politik sind leider nicht nachhaltig und verschärfen daher die Krisentendenz. Gerne möchte ich jetzt die Unternehmen aufrufen wollen, die da seit Jahr und Tag den schicken Spruch klopfen, "Nachhaltigkeit gehört zu unserer DNA". OK, jetzt ist die Stunde gekommen dies zu beweisen. Man vernimmt nur ein Schweigen.


Die Finanzkrise ist direkter Ausdruck mangelhafter ökonomischer Nachhaltigkeit. Riskante und auch spekulative Geschäfte ohne eine wirkliche Kapitalbasis aufzuweisen, müssen in den Abgrund führen und sind eben nicht nachhaltig.

Die Alternative zu allseits behaupteten Alternativlosigkeit liegt in einer nachhaltigen Finanzwirtschaft. Diese behauptet sich im rauesten Fahrwasser und performt stets besser als die konventionelle, eben nicht nachhaltige Finanzwirtschaft. Letztere wird mit Geldern wie bekannt von den Bürgern in unbekannter Höhe "gerettet", die nachhaltige Finanzwirtschaft wird ignoriert und angestrengt zur Seite geschielt. Und leider machen die Mainstream-Medien da mit: Sie fragen eben nicht ernsthaft die Geschäftsführungen von EthikBank oder TRIODOS Bank wieso sie es schaffen, seit Jahren ohne Unterstützung des Staates zwischen 10 bis 20% zu wachsen.

Kurz: Es gibt Antworten sowohl in Praxis (nachhaltige Finanzwirtschaft) als auch auf Kampagnenebene (ENRA: Gemeinnützige Ratingagentur der Deutschen Umweltstiftung) als auch in Theorie (Nachhaltige Volkswirtschaftslehre rund um Prof. Rogall an der HWR-Berlin). Konventionelle Medien und konventionelle Entscheidungsträger gucken sich weg.

Gleiches Argumentationsbild in der Dimension Demokratie: Rechtsextreme werden mutmaßlich durch Staat geschützt, zumindest wird diesen Mordbanden das Leben durch den Staat sehr erleichtert. Der Bundestag bekennt für alle: Wir sind beschämt. Es fehlt an direkter Demokratie, an Partizipation und Revitalisierung der Gewaltentrennung wie auch, dass Polizei und Justiz nicht weiterhin auf dem rechten Auge nichts erkennen wollen.

Auch hier gibt es Alternativen und vor allem Fragen ohne Ende. Auch hier versagen viele der konventionellen Medien und, leider, auch jene Medien, die sich die Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben haben: Vom Forum für Nachhaltig Wirtschaften, CSR-NEWS, UTOPIA oder Umweltjournal: Ein einziges peinliches Schweigen. Dafür dürfen sich einige über Werbeeinschaltungen von der Bundesregierung freuen.

Und schließlich, die ökologische Krise. Hier braucht kaum mehr, was gesagt werden. Hier wird das Konzept Nachhaltigkeit im tiefsten verletzt und nicht beachtet. Entsprechend sehen die Resultate aus: Die Emission an Treibhausgasen hat Rekordwerte erreicht und eigentlich ist der Prozess nicht mehr reversibel, meint, eine Reduktion um 2 Grad Celsius wird man wohl abschreiben können.

In Summe, die Antworten liegen in einem Paradigmawechsel (Wende zu Nachhaltigkeit). Sicher, diese Wende wird nicht ohne Debatte, Streit und Durchsetzung verschiedener Interessenlagen gehen, aber es wäre immerhin eine Wende und man würde über Alternativen reden. Aktuell verfolgt die Politik und Wirtschaft aber auch viele Medien die Propagierung eines "Weiter So", "Wir sind ohne Alternative" und "Mehr vom Alten".



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