Greenpeace Energy - für die Energiewende geben wir alles - außer klein bei



Anzeige
Donnerstag, 17. Mai 2012 - Eine andere Information ist möglich!
KOMMENTARE

Korruption in Europa: 70% halten sie für ein schwerwiegendes Problem

 

Europa versinkt in Korruption


Berlin (20.2.12): Europa versinkt in Korruption und Machtmißbrauch. Einer der Gründe ist, dass es drei undurchlässige und sehr unterschiedliche Arbeitsmärkte gibt. Und zu viele Privilegien, Spesenritter und Schnäppchenjäger. Von Christian Neugebauer
Was sich in Europa aktuell aufreisst, ist ein dramatisches Zeichen an der Wand. Eine aktuelle Erhebung der EU illustriert dies in drastischer Weise: Rund 70 % erachtren Korruption als ein sehr großes Problem.

Nicht, dass es nicht zu allen uns bekannten Zeiten Korruption und Machtmißbrauch nicht zum Couperto jeglicher Regierungsform gehören und damit wohl mit Fug und Recht als das älteste Gewerbe eigentlich zu bezeichnen sind. Aber zu diesem Geschäft gehört auch die Reform, die Änderung und manchmal auch die Umkehr.


All dies vermisst man aktuell. Medien, die die Skandale aufdecken (sollen) sind selber korrupt, wie das aktuelle Beispiel vom Verlag G+J in Österreich zeigt, wo Auflagenzahlen um bis zu 30% - nach Eigenangaben! - jahrelang und systematisch gefälscht worden sind. Staatsanwalten zeigen sich extrem zögerlich, die Exekutive ist eben das Epizentrum des Machtmißbrauchs und der Korruption, welche durch nicht minder korrupte Kreise der Wirtschaft, die meist ein Nahverhältnis zu Staat und Parteien aufweisen, Befeuerung findet. Und die Justiz zeigt sich nicht nur auf dem rechten, sondern auch auf dem reichen Auge zunehmend blind, zumindest aber sehr verständnisvoll.

Korruption und Machtmißbrauch gingen solange gut als der Bürger davon minimal profitieren konnte, sprich sein Auskommen, sein Dach und eine minimale Grundversorgung hatte. Dies ist nun alles nicht mehr gegeben.

Die Jugendarbeitslosigkeit galoppiert in Europa davon, in Teilen Europas beläuft sie sich bereits auf 50% mit Aussicht auf weitere Steigerung, wie in Spanien, Griechenland oder Portugal, in Deutschland wird munter Sozialdumping betrieben, mit welchen man seine Exporterfolge erst möglich macht, die Schere Arm und Reich geht mehr und mehr auseinander, sodass Europa aktuell rund 50 Millionen Arme aufweist. Und so könnte man die Liste der Ungerechtigkeiten und Asymmetrien ellenlang fortsetzen.

Das Modell demokratisches Europa ist von der Idee her ein gutes, aber es braucht einen Austausch des Personals und ein paar Reformen: Ausbau der nachhaltigen Wirtschaft, mehr direkte Bürgerbeteiligung, Aufhebung aller staatlichen Einschränkungen von bürgerlichen Freiheiten und Rückbau der Bürokratie. Letzteres ist eigentlich die größte Herausforderung für Europa wie Griechenland aktuell einem vor Augen führt.

Dies verweist auf eine der eigentlichen Ursachen wie Folgen der europäischen Misere: Wir haben aktuell in Wahrheit eigentlich drei Arbeitsmärkte und nicht wie man immer wieder gerne hört, einen ersten und einen zweiten.

Der erste, so liest man oft, seien die "Guten", weil gebrauchten, der zweite Arbeitsmarkt ist geförderte, wo man hofft, dass der eine oder andere in den ersten seinen Weg findet. Heute wissen wir, dass dies im Verhältnis des Mitteleinsatzes kaum passiert, weil es eben drei, fast kastenmäßig abgeschottete Arbeitsmärkte existieren, die tatsächlich mehr und mehr einen feudalen Zug aufweisen und familiäre Dynastien und Erbschaftslinien sich beginnen abzuzeichnen.

Anders formuliert: Die Arbeitsmärkte sind nicht hinreichend durchlässig und der dritte schummelt sich in den ersten hinein: Der dritte ist der öffentliche Bereich in all seiner Breite, wo regelmäßig auch die größten Skandale und Ungerechtigkeiten zu verorten sind. Und hier muss man sagen, von der Idee ist er eher dem zweiten, weil geförderten, Arbeitsmarkt zuzuordnen, wenn man an dieser doch überholten Systematik festhalten will.

Tatsächlich hat sich dieser dritte Arbeitsmarkt aber völlig verselbständigt und ein Bollwerk von Privilegien sich gesichert. Und dieser Bereich steht immer wieder im Zentrum von Korruption und Machtmißbrauch.

Der erste Schritt wird sein, diesen Arbeitsmarkt all seine Privilegien zu nehmen, in einem Schlag und gleich, und er muss denselben Maßstäben gehorchen wie der erste oder zweite Arbeitsmarkt. Maßstäbe, die dieser dritte Arbeitsmarkt gerne den beiden anderen vorsetzt und auch gleich kontrolliert, aber bezahlt vom ersten Arbeitsmarkt. Und das ist ein Unding und Einfallstor eben für Machtmißbrauch und Korruption, worüber sich die Bürger Europas zu recht besorgen.


<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Banken-Run, Wachstum und Nachhaltigkeit
>Wahlen ohne Bürger?
>Grass, Israel und Deutsche Umweltstiftung
>Mohammedkarikaturen zu zeigen, ist legitim
>Was geht noch in Berlin?
>Wahl in Europa
>Der lange Abschied vom Zunftgedanken in Österreich
>Abschied von Markwirtschaft und Nachhaltigkeit
>40 % Wirkungsgrad
>Piratenpartei und Antisemitismus
>Einfach verbieten
>First Solar flüchtet aus Deutschland
>An den Pranger: StudentInnen der FU Berlin
>Wachstum und Nachhaltigkeit
>Grass, Deutsche Umweltstiftung und Antisemitismus
>2013 kommt früher
>Auffanggesellschaft? Prima Idee, her damit für jeden
>Schwarz-Gelb weiter gegen Photovoltaik
>DAX-Konzerne und ihr Reichtum
>Antisemitismus in Medien: Mal wieder geschafft
>Der „grüne“ Feuilleton versteht die Welt nicht mehr
>Nach Bankenrettung Diskonterrettung?
>Wir wollen nicht länger Schlusslicht in Europa sein
>1 Billion Euro für die Banken
>Geheimgremium Euro, Verfassung und das liebe Geld
>Ich bitte um Verzeihung
>Sparpaket trifft Einpersonenunternehmen hart
>Europa versinkt in Korruption
>Gauck: Der Bürger als Präsident.
>Über den Zins
>In Griechenland wird eine Grundsatzfrage gestellt
>Vom Greenwashing zur Green-PR zur CSR
>Vereinigte Diktatoren der Welt
>Die Rede - Niemals vergessen
>Österreich zeigt heute seine zwei Gesichter
>Ungarn verabschiedet sich von Europa
>Europas Politiker alleine zu Hause
>Propädeutisches zum Begriff Nachhaltigkeit
>Grünes Fliegen und so
>Verfassungsschutz finanziert rechten Terror
>Jahresrückblick: Lückenbüßer von Staats wegen
>Jetzt muss Schluss sein bei der S-Bahn
>"Neue Rechte" und Utopia
>Ende vom Euro: Und was heißt das?
>Es war nicht „das Trio“ allein
>Wir brauchen ein nachhaltiges Europa
>Stuttgart 21
>Berliner Republik: Alte Hetzer werden neue Retter
>Die Krise ist eine Krise mangelnder Nachhaltigkeit
>Pannen-, Pech- und Pleitendienst
Anzeige
comdirect

Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"