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"Neue Rechte" und Utopia


Berlin (21.8.10/up-date 23.8.10): Esoterische bis rechte Propaganda mit Nahtstellen zum Rechtsextremismus, sprich die so genannte "Neue Rechte", brechen sich auf Utopia die Bahn. Unternehmen müssen sich fragen lassen, was sie eigentlich auf Utopia noch verloren haben? Von Christian Neugebauer. Heute hat uns die Stellungnahme von Utopia erreicht: Die Beiträge wurden gestern gelöscht. Lesen Sie die ungekürzte Stellungnahme am Ende des Kommentars.
Bisher hat sich Utopia eher fachliche Lapsi erlaubt und stets hart an der Grenze bzw. über die Grenze des Greenwashings geschrammt (s.h. Beitrag auf Glocalist zu BP und Utopia > bit.ly/9upnxN ). Das ist ärgerlich, aber im Rahmen des Diskurses diskutierbar und halt auch ein Spektrum der Nachhaltigkeitsdebatte und ihr Ringen um die richtige Strategie und Umsetzungsfähigkeit.

Der Tage wurde aber eindeutig der Limes des Akzeptablen überschritten, indem man nun seit fünf Tagen ohne Stellungnahme und Kommentar von Utopia affirmative Informationshinweise zu rechter bis hin antisemitischer Propaganda und völkischen Verschwörungstheorien zulässt. So findet sich beispielsweise eine Empfehlung für einen Film aus dem rechts-völkischen Umfeld, der sich auch über die präsentierende Empfehlung von der NDP Wittenberg "freuen" darf.


Um es klar und eindeutig zu sagen: Der antisemitsche, rechte Eso-Verschwörungsrand hat rein gar nichts mit Nachhaltigkeit zu schaffen und ist ein klares No-Go. Es braucht klare, eindeutige und aufklärende Worte, die sich von diesem rechten Sumpf abgrenzen.

Es hat sich indirekt aber schon mit dem so genannten ChangeMaker-Manifest angekündigt, dass sich Utopia konzeptionell mehr und mehr dem rechten Spektrum zuwendet, wie schon auf Glocalist ausgeführt (s.h. Kommentar > bit.ly/dkqRAd ).

Der User Smartman schreibt empört: "Wie kann man rechtsxtreme Propaganda stehen lassen? Jedes kritische Kommentar wird zensiert, aber rechte, antisemitische Propaganda zugelassen?"

Utopia schweigt und lächelt weg, und das ist der eigentliche Skandal. Bis dato ist keine Reaktion von Utopia auszumachen. Unternehmen wie Deutsche Telekom, GLS Bank, REWE und andere werden sich fragen lassen müssen, wie lange sie diese Umtriebe durch ihre Werbe- und Marketingmittel unterstützen möchten?

Utopia und auch die Unternehmen sind hier und jetzt zu einer Stellungnahme eingeladen.

Linktipp > bit.ly/cU90au



Stellungnahme Utopia (Mail vom 23.8.10):

"Lieber Herr Neugebauer,

von den besagten Inhalten, die auf Utopia.de von einem Nutzer eingestellt wurden, distanzieren wir uns in aller Deutlichkeit. Alle relevanten Beiträge wurden gestern (22.8., Anmerkung Glocalist) von uns gelöscht. Jegliche Art von beleidigenden, übergriffigen, populistischen und intoleranten Inhalten werden von uns, sobald wir davon Kenntnis erlangen, unverzüglich von unserer Plattform entfernt. Auf Utopia dulden wir keinerlei antisemitische, rechtsextreme Inhalte.

Sie kennen uns seit Jahren, und auch wenn Sie zu unseren schärfsten Kritikern gehören, können wir die Art und Weise, wie hier argumentiert wird, in keiner Weise nachvollziehen. Ihre Behauptung, dass sich Utopia, wie "indirekt aber schon mit dem so genannten ChangeMaker-Manifest angekündigt, (...) konzeptionell mehr und mehr dem rechten Spektrum zuwendet" ist infam und entbehrt jeglicher Grundlage.

Niemand bei Utopia wendet sich in irgendeiner Weise dem "rechten Spektrum" zu. Die Tatsache, dass Kommentare eines Nutzers nicht sofort entdeckt wurden, ist dafür ist kein Beleg. Die Art und Weise, wie hier argumentiert wird, ist unsachlich und unbegründet und mit verantwortungsbewussten Journalismus nicht vereinbar.

Wenn Sie daran interessiert sind, dass fragwürdigen Inhalte schnellstmöglich aus der Öffentlichkeit verschwinden, können Sie uns jederzeit direkt ansprechen und auf die Inhalte hinweisen. Wir sind für jegliche Unterstützung dankbar.

Mit besten Grüßen
Stefanie Dowe
Head of Stakeholder Dialog
Utopia AG"

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