Jemand, der über viel Geld verfügt, zahlt dieser Logik folgend eben fast keinen Zins. Ja mehr noch, man zahlt sogar Geld, wenn es sich derjenige, der viel hat, borgt. Also ein Art Negativzins.
Das ist aktuell die Lage und Verfasstheit der Welt; nicht zum ersten Mal und wohl auch nicht zum letzten Mal.
Dies zeigt sehr deutlich die grundsätzliche Absurdität des Zinsgeschäfts. Es ist realwirtschaftlich betrachtet nicht auf den Boden der Tatsachen und damit einhergehend sind auch nicht die gesetzgebenden Rahmenbedingungen, die diese Verkehrung möglich machen, mit wirtschaftlichen Überlegungen im Einklang zu bringen, denn die Grundlage für eine solche Logik ist die Wette. Und hier ist die Logik umgekehrt: Je unwahrscheinlicher es ist, dass eine Fußballmannschaft gewinnt, umso höher ist der mögliche Gewinn.
Die Folge ist, dass man aktuell auf einen Berg von nicht-rückzahlbaren Schulden sitzt: Eine Finanzblase eben. Ihre Wege dorthin sind unterschiedlich; Immobilien, Web und andere Dinge, die sich zur Spekulation eignen. Eines muss aber auch klar gesagt werden: Da ist keine Verschwörung, sondern es ist das Resultat einer simplen Wettlogik.
Die fiktive Wette wird so wichtiger als die realwirtschaftliche Grundlage. Denn in einer Realwirtschaft hätte eine so absurde Wette wie oben dargestellt kaum Sinn.
Vielmehr sollte man mal nachdenken, was es meinen könnte, wenn künftig der Arme, der Geld braucht, um sagen wir eine Wohnung zu erstehen oder ein Geschäft zu gründen, einen sehr viel niederen Zins, aber einen den er rückzahlen kann, bedient, als jemand der reich ist. Oder überhaupt keinen Zins.
Klingt auf den ersten Blick absurd, aber erscheint es nicht wesentlich absurder nur von jenen Zins zu verlangen, die einen solchen überhaupt erst gar nicht bedienen können?




