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Volker Weber zu Sozial- und Umweltrenditen


Berlin (13.9.11): Im E-Interview Volker Weber, CSO der MAMA AG, warum er sich engagiert und über Sozial- und Umweltrenditen.
Frage: Warum haben Sie sich für ein Engagement bei der Deutschen Umweltstiftungen entscheiden?

Weber: Das Thema Nachhaltigkeit mit seinen Facetten aus Ökologie, Ökonomie und sozialer Verantwortung beschäftigt mich schon sehr lange – beruflich wie privat. Damit die Reichweite noch weiter erhöht wird, ist es notwendig, dass sich die verschiedenen Interessen und Verbände gebündelt werden, hier sehe ich ein hohes Integrationspotenzial bei der Deutschen Umweltstiftung und deshalb engagiere ich mich hier auch gerne.


Frage: Können Sie kurz die Vision und das Besondere von der MAMA AG darlegen, d.h. wo Nachhaltigkeit im Kerngeschäft verankert ist?

Weber: Die Vision von MAMA ist leicht erklärt. Wir wollen ein nachhaltiges – ökologisches und soziales – Wirtschaftssystem. Dazu wollen wir beitragen, indem wir nachhaltige Produkte Massenmarkt fähig machen und aufzeigen, dass nachhaltig Leben nicht in erster Linie Verzicht bedeutet, sondern. Wir beteiligen uns an jungen Unternehmen, denen wir helfen, Ihre Produktidee zu kommerzialisieren, dabei treten wir im klassischen Sinne als Mama auf, in dem wir die Unternehmen, ähnlich wie Kinder in den ersten Lebensjahren, begleiten, ihnen ein nachhaltiges Wertesystem vermitteln, als Gesprächspartner fungieren und irgendwann in die Selbständigkeit entlassen. Dafür entwickeln wir für jedes Unternehmen eine nachhaltige Agenda und kontrollieren den laufenden Erfolg.


Frage: Was braucht es künftig in der Venture Capitalist Branche, damit diese nachhaltiger wird?

Weber: Sich an den klassischen Kennzahlen aus Bilanz, Erfolgsrechnung und Lagebericht zu orientieren ist weiterhin richtig. Allerdings muß die Branche auch bereit sein zu akzeptieren, dass es neben der eindimensionalen Größe „Finanzrendite“ auch Umwelt- und Sozialrenditen, wie beispielsweise CO2-Reduktion oder die Schaffung von Arbeitsplätzen gibt. Nachhaltigkeit wird dabei zum Werttreiber und Stabilisator einer Finanzinvestition, denn ähnlich wie bei Immobilien gilt, wer bei der Investitionsentscheidung den nachhaltigen Aspekt vernachlässigt, hat bei Verkauf Schwierigkeiten einen vernünftigen Preis zu erzielen.

Frage: Was halten Sie von Labels der Nachhaltigkeit, speziell für Ihre Branche?

Weber: Ich bin ein Befürworter eines nachhaltigen Labels, das dem Investor klar und einfach signalisiert, welche Qualität er hier im Nachhaltigkeitsbereich erwirbt. Dabei bin ich dafür, auf dem bestehenden Transparenzlogo des FNG/Eurosif aufzubauen, das Mindeststandards darstellt. Eine sinnvolle Ergänzung um weitere Informationen aus dem Bereich Wertentwicklung halte ich für sinnvoll. Insgesamt macht das die Anlagen weiter vergleichbar.

Frage: Aktuell steht der Euro und Europa in der Krise. Wo sehen Sie Wege raus hin zu einem nachhaltigen Europa?

Weber: Das ist eine schwierige Frage und nicht so einfach und kurz zu beantworten. Ich denke auch hier spielt Transparenz und Glaubwürdigkeit eine große Rolle. Es muß klar sein, dass wir hier ein System implementieren, das auch nachfolgenden Generationen die Möglichkeit gibt, Finanzentscheidungen zu treffen und nicht sich nur mit Altlasten, sprich Belastungen aus Rettungsschirmen zu beschäftigen. Die Zukunftsorientierung und die Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen steht hier im Mittelpunkt. Das heißt auch, dass man nicht am Euro z. b. für Griechenland festhalten darf nur aus eigener Eitelkeit heraus. Außerdem muß es Konsens sein, dass eine nachhaltige und das heißt auch transparente Finanzpolitik, aller EU-Staaten das Ziel sein muß.

Frage: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Weber: Natürlich trägt man im Herzen die besten Wünsche für seine Lieben. Doch darüber hinaus, würde ich mir wünschen, dass wir endlich wieder den Blick für das richtige Maß finden würden. Damit meine ich, dass es z. B. in kürzester Zeit möglich ist, Hunderte von Milliarden schwere Rettungsschirme zu installieren, wir aber gleichzeitig darüber diskutieren, wer die 1,5 EUR für die Schulspeisung der Kinder finanziert oder wir es nicht schaffen den Bruchteil an Kapital, den wir für die Rettungsfonds haben, für die Erreichung der Millenniums-Ziele der UN zusammen zu bekommen. Hier müssen wir alle lernen die Größenordnungen richtig einschätzen zu können.




(Quelle und Notiz: Volker im E-Interview mit der Deutschen Umweltstiftung über nachhaltiges Venture Capital. Volker Weber ist Mitglied im Senat der Deutschen Umweltstiftung und CSO der MAMA AG. Mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Umweltstiftung)


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