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KULTUR

"The public has a right to art. Art is for everybody" Keith Haring

 

Der Meister der Linien - Keith Hering in Wien


Wien (26.5.10): Am Freitag startet im Kunsthaus Wien eine Schau auf Keith Herings frühe Werke (1978 - 1982). Sie gibt einen Einblick in die Entwicklungsschritte seiner Arbeit - vom Kunststudenten zum internationalen Pop-Art-Star.
Keith Haring zählt zu den einflussreichsten und populärsten Künstlern der Welt. Zwanzig Jahre nach seinem Tod präsentiert die Kunsthalle Wien eine Personale mit seinem selten gezeigten Frühwerk, das in den Jahren 1978-1982 entstanden ist. Es ist die Zeit, in der Keith Haring von Pennsylvania nach New York City umzog und vom Kunststudenten zum internationalen Pop-Art-Star aufstieg. Die dynamische Kultur der Stadt und das Eintauchen in die Underground-Kunstszene inspirierten und formten Keith Harings künstlerische Sprache, sein politisches und soziales Bewusstsein und seine offen gelebte Homosexualität.

In seinen ersten Jahren in New York experimentiert Hering mit musterartigen geometrischen Formen. Erst in den 80er Jahren fand er zu der Bildsprache, für die er heute bekannt ist. Einen Einblick in die Entstehung seiner Werke bieten Skizzen aus seinen Notizbüchern welche die Entstehung seiner Zeichensprache dokumentieren. Seinen kometenhaften Aufstieg und Bekanntheit verdankt er ebenso seinen Kreidezeichnungen in den U-Bahn-Stationen, in dem er sich der unvermieteten Werbeflächen bedient. Diese wurden schwarz kaschiert und eigneten sich so optimal für seine schnelle Kreideskizzen. Über 50 Wandmalerein im öffentlichen Raum zeugen von seiner Philosophie, Kunst ist für alle da. Genau so wie seiner unermüdlichen Arbeit als Initiator von künstlerischen und politischen Aktivitäten, die den kollaborativen Geist seiner Projekte und die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern spiegelten, aber auch sein Interesse an interdisziplinären ästhetischen Strategien und den pulsierende Zeitgeist der damaligen New Yorker Kunstszene.

Die in der Ausstellung gezeigten Videos geben einen Einblick in seine Arbeitsweise. Mit welcher Leichtigkeit und unglaublichen Tempo er seine übergroßen Werken malte und Linie an Linie setzte. Mit dem Körper malen – so bezeichnete Hering seine Arbeitsweise wie er mit schnellen Armbewegungen die Sumi-Tusche aufs Papier brachte. Seinen Aufzeichnungen zufolge arbeitete er daran, Geist und Körper perfekt aufeinander abzustimmen und das Erinnerungsvermögen der Muskeln so sehr mit bestimmten Bewegungen vertraut zu machen, bis sich diese nahezu automatisch vollzogen. Enstehungsprozess und fertiges Werk waren dabei gleichrangig.

Die Ausstellung in der Kunsthalle Wien beinhaltet Zeichnungen und Skizzenbücher, Videos, Flyer, Poster, Fotografien und U-Bahn-Zeichnungen sowie Wortcollagen, Texte und Tagebücher. Sie gibt Einblick in einen vielschichtigen künstlerischen Reifungsprozess und zeigt Keith Haring als Philosophen und unermüdlichen Initiator von künstlerischen und politischen Aktivitäten, die den kollaborativen Geist seiner Projekte und die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern spiegeln, aber auch sein Interesse an interdisziplinären ästhetischen Strategien und den pulsierende Zeitgeist der damaligen New Yorker Kunstszene.

Keith Hering
Kunsthalle Wien / Museumquartier
28. Mai bis 19. September


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