2007 forderte die UNO mehr Rechte für indigene Bevölkerungsgruppen. Australien war damals eines der Länder, das sich dagegen aussprach. Inzwischen hat sich das Heimatland der Aborigines dafür entschuldigt, so unbelehrbar am kolonialistischen Weltbild festgehalten zu haben. Und doch: Wer interessiert sich wirklich für Traditionen von Bevölkerungsgruppen, die, von keiner Lobby vertreten, einfach nur Raum haben wollen, um ihr traditionsgebundenes Leben gegen den Zeitgeist zu verteidigen?
Der Fotoband "Dignity", der zum 50-jährigen Bestehen von Amnesty International erscheint, zeigt Menschen zumeist in ihrer traditionellen Kleidung. Mehrheitlich blicken diese ernst oder feierlich in die Kamera. Dieses kunstvolle Bilder-Buch schneidet Menschen aus der Zeit heraus und gibt sie behutsam dem neugiereigen Blick der Fortschrittsmenschen preis. Es ist ein Buch, das auf die Kraft des Pathos und der Inszenierung setzt.
Dana Gluckstein: Dignity - die Würde des Menschen. Mit einem Nachwort von Monika Lüke. Verlag Terra Magica, München 2010, 144 Seiten, 34,95 Euro (Preisangabe ohne Gewähr)
Buchverlage LangenMüller
Thomas-Wimmer-Ring 11
80539 München





