„Noch immer arbeiten viele Beschäftigte in der Blumenindustrie in Entwicklungsländern unter menschenunwürdigen Bedingungen“, sagte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath im Vorfeld der Internationalen Pflanzenmesse IPM in Essen.
In Kenia sind zwölf Prozent aller Blumenfarmen Fairtrade-zertifiziert. „Den Anteil wollen wir dort und in weiteren Ländern ausbauen, damit mehr Menschen von Fairtrade profitieren.“ Arbeits- und Gesundheitsschutz sind bei Fairtrade ebenso Pflicht, wie sparsamer Umgang mit Wasser und Pestiziden.
Ein Konzept, das bei deutschen Verbrauchern ankommt: Seit der Einführung von Fairtrade-Rosen 2005 wuchs der Marktanteil kontinuierlich. 2010 lag er bei 2,4 Prozent. Nach aktuellen Schätzungen stieg der Absatz 2011 um 12,5 Prozent auf rund 81 Millionen Stiele.
Bei rund 300 Blumen-Fachgeschäften sind ab sofort Fairtrade-Rosen erhältlich. Die langstieligen, großköpfigen Rosen stammen aus dem kenianischen Hochland um Mount-Kenya.
Fairtrade-zertifizierte Blumenfarmen erhalten eine zusätzliche Fairtrade-Prämie. Sie beträgt zehn Prozent des Exportpreises. Wofür die Prämie eingesetzt wird, entscheidet ein Gremium aus Vertretern des Managements und demokratisch gewählten Arbeitervertretern. Das Prämiengeld fließt in Gemeinschaftsprojekte. Die Blumenfarm Ravine Roses in Kenia ließ beispielsweise eine Krippe für die Arbeiterkinder bauen. Außerdem wurden mit Prämiengeldern Schutzimpfungen für die Kinder, HIV-Tests und Beratungsgespräche zur Familienplanung finanziert.
2012 feiert der gemeinnützige Verein TransFair sein 20-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Jedes Produkt hat ein Gesicht“ legt TransFair im Jubiläumsjahr jeden Monat den Fokus auf ein spezifisches Produkt.
(Quelle: Fairtrade)




