Die Abwicklung passiert meist still und heimlich, da den Banken durchaus bewusst ist, dass mit der Finanzierung von Atomprojekten ein großes Reputationsrisiko einhergeht. Die oftmals indirekt über Firmenkredite oder die Ausgabe von Anleihen laufenden "Atomgeschäfte" wurden nun erstmals für österreichische Banken beleuchtet und analysiert.
Das niederländische Forschungsinstitut "Profundo", dass auf Finanzinstitute spezialisiert ist, untersuchte dafür im gemeinsamen Auftrag von "Antiatom Szene" und weiteren internationalen NGOs, welche Banken den 80 der weltweit wichtigsten Atomunternehmen Geld geben. Zusätzlich wurden die Banken mittels Fragebogen befragt und zur Stellungnahme eingeladen.
Den ersten Platz unter Österreichs "Atombanken" belegt die Bank Austria/Unicredit, welche in den Jahren 2000-2009 die Atomindustrie mit insgesamt 2.284 Millionen Euro bediente und führende Atomkonzerne wie Slovenské elektrárne - SE, Electrabel, Areva, EDF, E.ON, EnBW, Nukem, RWE, und Enel zu ihren Kunden zählt.
Gefolgt von der Raiffeisenbank, die 39 Millionen Euro für ihre Kunden OMZ, Inter RAO UES und EON bereitstellte. Platz 3 unter den österreichischen Atombanken geht an die Erste Bank/Sparkasse. Sie unterstützte Atomkonzerne wie OMZ und KazAtomProm in diesem Zeitraum mit 9 Millionen Euro. Die französische Bank BNP Paribas, die in Wien eine Niederlassung unterhält, aber keine Filialen in Österreich hat, rangiert international auf Platz 1 im Negativranking. Sie vergab 13.502 Millionen Euro.
"Es ist schockierend wie österreichische Banken den Antiatomkonsens untergraben und mit Unsummen Atomkonzerne unterstützen, wohlwissend, dass der überwiegende Teil ihrer Kunden Atomkraft vehement ablehnt.", empört sich Elvira Pöschko, Obfrau des Vereins "Antiatom Szene", der das Thema als österreichischer Partner von Banktrack seit Jahren betreut und informiert: "Nicht nur, dass die Bank Austria/Unicredit Platz 1 unter Österreichs Atombanken belegt, finanziert sie darüber hinaus auch noch den Ausbau des slowakischen Horror-AKWs Mochovce 3 & 4."
Während ein Großteil österreichischer Kunden bereits Bio-Produkte einkauft und viele zu einem Ökostromanbieter gewechselt sind, wurde die Wahl des Bankkontos bisher wenig thematisiert.
Zum persönlichen Atomausstieg gehört aber auch die Wahl der Bank. Denn bei Atomprojekten ist es wie bei anderen Projekten auch sie stehen und fallen mit der Finanzierung. Mit der der Tage veröffentlichten elektronischen Publikation können sich Bankkunden ein Bild über die Haltung ihrer Bank zum Thema Atomkraft machen und auf diese einwirken sich von der Finanzierung von Atomprojekten zu distanzieren oder notfalls ihr Konto wechseln.
"Wir fordern alle österreichischen "Atombanken" auf die Finanzierung von Atomprojekten zu verzichten und schleunigst eine umfassende Atomfinanzierungsausschlusspolitik zu beschließen.", schließt Pöschko.
(Quelle: Antiatom Szene)




