Die verpasste Markteinführung verändert die energiewirtschaftlichen Perspektiven. „Die Bundesregierung muss ihr Energiekonzept von 2011 revidieren“, sagt DIW-Industrieökonom Christian von Hirschhausen. „Strategien, die auf die Verfügbarkeit von CCS in den kommenden 10 bis 20 Jahren setzen, sind hinfällig und weder ökonomisch noch energiepolitisch sinnvoll.“
Pläne für den Bau neuer Kohlekraftwerke – wie sie etwa in Brandenburg vorliegen – seien damit hinfällig, so die DIW-Studie.
Vom Hoffnungsträger zum Flop
Die Umsetzung der CCS-Technologie entpuppte sich jedoch als Flop: Der erwartete Boom in Forschung und Entwicklung blieb aus, zahlreiche Pilotprojekte sind verschoben oder abgebrochen. Bis heute existiert kein einziges abgeschlossenes CCS-Projekt mit nennenswerter Leistung. „Es hat sich herausgestellt, dass die Umsetzung technologisch zu anspruchsvoll und sehr teuer ist“, so von Hirschhausen, Autor der DIW-Studie und Professor an der TU Berlin.
Die Entwicklung in Deutschland ist repräsentativ für diesen Umschwung: Vattenfalls Pläne, die kleine CO2-Abscheideanlage „Schwarze Pumpe“ bei Cottbus zu einer großindustriellen Anlage auszubauen, sind im Dezember von Vattenfall abgebrochen worden. RWE legte ähnliche Pläne für ein Demonstrationsprojekt in Hürth bereits 2009 ad acta.
Ähnlich sieht es auf europäischer Ebene aus. Viele EU-Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland, haben die europäische CCS-Richtlinie nie in nationales Recht umgesetzt. Besondere Konsequenzen hat das Ausbleiben von CCS im Bereich der Kohlekraftwerke. So sind etwa in Brandenburg Pläne für den Bau neuer Kohlekraftwerke an eine funktionierende CCS-Technologie gebunden.
(Quelle: DIW)




