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ÖKOLOGIE

Gentech-Reis "Goldener Reis"


Berlin (19.1.12): Die NGO foodwatch erhebt schwere Bedenken gegen den Einsatz vom "Goldenen Reis" im Laufe des Jahr 2013.
Der "Goldene Reis" stelle das Vorzeigeprojekt der Gentechnik-Industrie dar. Der umstrittene "Goldene Reis", soll nach mehr als zehn Jahren der Produktentwicklung 2013 auf den Markt kommen.

Dabei sei nach wie vor zweifelhaft, ob der in vielen Entwicklungsländern verbreitete gefährliche Vitamin-A-Mangel durch den gentechnisch veränderten Reis überhaupt wirksam bekämpft werden kann. Auch die Risiken seien unklar. Das dokumentiert ein aktueller Report der Verbraucherorganisation foodwatch.


Der wegen seiner gelblichen Färbung "golden" genannte Reis soll den wertvollen Beitrag der Grünen Gentechnik im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung demonstrieren - doch bisher ohne Erfolg: "Die Gentechnik-Industrie propagiert den Goldenen Reis als Wundermittel gegen Vitamin-A-Mangel. Allerdings sind diese vollmundigen Versprechungen durch nichts belegt", erklärt foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode.

"Das Golden-Rice-Projekt sei nach Ansicht von foodwatch vor allem eines: Eine Image-Kampagne der Gentechnik-Lobby. Die wissenschaftlichen Nachweise für die Wirkung seien dünn, die Risiken nicht ausreichend untersucht und es gäbe billige und effektivere Alternativen.

Nach den Vorstellungen der Projektbetreiber soll der Goldene Reis ab 2013 zunächst auf den Philippinen kommerziell angebaut werden. Ein im Auftrag von foodwatch erstellter Report der Organisation Testbiotech zeigt jedoch, dass noch viele wichtige Fragen ungeklärt sind:

So wurde bis heute wurde keine einzige Fütterungsstudie an Tieren zur Untersuchung gesundheitlicher Risiken mit dem Reis veröffentlicht. Weiters, die langfristigen ökologischen Risiken wurden bisher nicht untersucht und es fehlen Daten zur Stabilität der Carotinoide, die insbesondere bei einer Lagerung der Reiskörner abgebaut werden könnten. Die Carotinoide werden aufgrund der gentechnischen Veränderung im Reis gebildet und sollen die Versorgung mit Vitamin-A sicherstellen.

foodwatch fordert die Betreiber und finanziellen Unterstützer des Projektes auf, umfassende und unabhängige Studien zur Risikoabschätzung vorzulegen und die fehlenden technischen Daten zu publizieren. Thilo Bode: "Die Betreiber des Projektes dürfen sich einer offenen Diskussion über die Risiken des Golden-Rice-Projektes nicht länger verweigern."

Andere, bereits verfügbare Maßnahmen, etwa die flächendeckende Verteilung von Vitamin-A-Präparaten oder mit Vitamin A angereicherte Nahrungsmittel versprechen eine zielgenauere und kostengünstige Alternative zur Bekämpfung des Vitamin-A-Mangels. Zudem gibt es auch konventionell gezüchtete Pflanzen mit einem hohen Gehalt an Carotinoiden zur Deckung des Vitamin-A-Bedarfs. "Dennoch fördern die Rockefeller Foundation und die Bill und Melinda Gates Stiftung mit Millionenbeträgen weiterhin die Entwicklung des fragwürdigen Golden-Rice-Projektes", kritisiert Thilo Bode.

Golden Rice ist durch gentechnische Eingriffe so verändert, dass in den Körnern Carotinoide gebildet werden. Der Reis hat eine gelbe Farbe und soll zur Versorgung mit lebensnotwendigem Vitamin A beitragen. Der Mangel an Vitamin A ist ein ernsthaftes Gesundheitsproblem in ärmeren Ländern. Er geht zurück auf eine Fehlernährung, die wiederum ihren wesentlichen Grund in der großen Armut weiter Bevölkerungskreise hat. Die Folgen: Augen- und Hauterkrankungen, Störungen des Immunsystems und der Fortpflanzung sowie Wachstumsstörungen bei Kindern. Auch Todesfälle werden auf Vitamin-A-Mangel zurückgeführt.




(Quelle: foodwatch)

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