Kyoto-Protokoll wird Verhandlungen dominieren
Dominierendes Thema der Verhandlungen dürfte die Zukunft des Kyoto-Protokolls werden, des bisher einzigen weltweiten Klimaschutz-Vertrags, der aber nur die Industrieländer zur Absenkung ihrer Treibhausgasemissionen verpflichtet.
Oxfams Klima-Experte Jan Kowalzig sagt: Ein klares Bekenntnis zur Verlängerung des Kyoto-Protokolls mit neuen Reduktionsverpflichtungen ist für die Bundesregierung und die Europäische Union ein unverzichtbarer Schritt. Wir brauchen mittelfristig aber auch ein weiteres Abkommen, in dem die teilweise sehr beachtlichen Klimaschutzzusagen der Schwellenländer festgehalten werden - und das Klimaschutzziel der USA, für die das Kyoto-Protokoll nicht gilt. Durban muss ein Verhandlungsmandat für solch ein neues Abkommen beschließen.
Prof. Klaus Töpfer, Vize-Präsident der Welthungerhilfe: „Um ausreichende Ernährungssicherung nachhaltig zu sichern, brauchen wir vernetztes Denken und Handeln. Bisherige Strategien müssen mit der globalen Wasser-, Umwelt- und Energiepolitik verknüpft werden, denn Erderwärmung, Armut und Hunger sind ein Problem. Der Handlungsdruck ist immens, da das Fenster für die Erreichung des 2 Grad Zieles immer kleiner wird. Deshalb müssen wir alle jetzt handeln.“
Michael Kühn, Referent für Klimawandel bei der Welthungerhilfe: „In vielen unserer Projektländer sind die Folgen längst Alltag: Mehr und schlimmere Dürren, Überflutungen und Stürme, und stets müssen die ärmsten Menschen, weil sie sich am wenigsten schützen und anpassen können, am meisten darunter leiden.“
Ernährungssicherung in Entwicklungsländern ist ohne Anpassung an den Klimawandel nicht möglich. Die Welthungerhilfe ist dabei längst im Projektalltag auf vielen Ebenen aktiv: etwa beim Katastrophenschutz (z.B. Risikoanalysen, lokale Frühwarnsysteme oder Dämme) oder in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft (z.B. dürre-resistentes Saatgut, Bewässerung).
Von der Bundesregierung fordert die Welthungerhilfe einen größeren Einsatz für die genannten Ziele, besonders auch für die Finanzierung eines Klimafonds (Green Climate Fund) und dessen Umsetzung.
(Quellen: Oxfam, Welthungerhilfe)




