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Donnerstag, 17. Mai 2012 - Eine andere Information ist möglich!
ÖKOLOGIE

Klimaschutz: Kirchen gehen mit schlechtem Beispiel voran


Berlin (26.10.11): Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) hat erstmals die Dienstwagen des Spitzenpersonals der evangelischen und katholischen Kirche hinsichtlich der Motorisierung, des Spritverbrauchs und der CO2-Emissionswerte untersucht.
Schon im Neuen Testament bei Johannes heißt es: "Der Bote sprach: "Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu!"" Also, für die christlichen Kirchen eine klare Vorgabe vom Höchsten. Da gibt es eigentlich keine Verhandlungsmasse und Deutelei mehr. Denkt man.

Befragt wurden 46 Landesbischöfe und die Ergebnisse geben kein Zeugnis ab: Lediglich bei vier Landesbischöfen halten die Dienstfahrzeuge den seit 2008 geltenden EU-Zielwert für den CO2-Ausstoß ein. Für 26 Bischöfe, also mehr als die Hälfte der von der DUH befragten geistlichen Würdenträger, ist der Klimaschutz bei der Bewältigung ihrer alltäglichen Dienstfahrten offensichtlich kein Thema. Der Emissionswert ihrer Limousinen liegt entweder 20 bis 60 Prozent über dem EU-Zielwert für 2008 oder sie verweigerten gleich ganz die Auskunft.


Die DUH hatte zwischen Juli und Oktober 2011 Umfragen in den deutschen evangelischen und katholischen Landeskirchen und Bistümern durchgeführt und sich bei der Erhebung auf die Dienstlimousinen der jeweiligen Bischöfe konzentriert. Insgesamt wurden 46 Kirchenvertreter befragt. Damit knüpft die DUH an ihre früheren Abfragen an, bei denen die Dienstwagen der Bundes- und Landesminister, der großen börsennotierten Unternehmen sowie von obersten Bundesbehörden untersucht wurden.

„Das Ergebnis ist enttäuschend – viele Bischöfe predigen ihren Kirchengemeinden richtigerweise die Notwendigkeit des Klimaschutzes – haben aber selbst Benzin im Blut“, sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. „Wir fordern die deutschen Bischöfe auf, ihre Klimaschutzrhetorik auch für sich selbst ernst zu nehmen und aktiv zum Schutz des Klimas und damit zum Erhalt unseres Planeten beizutragen.“

Die vier Guten

Die „Grüne Karte" für glaubwürdig demonstriertes Klimabewusstein beim DUH-Dienstwagencheck geht an: Brigitte Boehme, Präsidentin der Bremischen Evangelischen Kirche, Präses Dr. h.c. Alfred Buß der Evangelischen Kirche von Westfalen, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe und Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig.

Sie nehmen ihre Vorbildfunktion ernst und nutzen Dienstfahrzeuge, die den EU-Zielwert für 2008 von 140 g CO2/km deutlich unterschreiten.

Nach Auffassung der DUH betreibt die Mehrzahl der Bischöfe ein "Schaufahren gegen den Klimaschutz" mit übermotorisierten und spritdurstigen Dienstwagen.

Besonders Krass

Die Umfrage der DUH machte auch das zweifelhafte Verhalten einiger Kirchenvertreter in Sachen Klimaschutz deutlich, darunter die Landesbischöfin Ilse Junkermann.

Während die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland in diesem Jahr intensiv für ihre Kampagne zum Thema „Klimawandel und Lebenswandel“ warb und dazu aufrief, das Auto öfter stehen zu lassen und langsamer und vorausschauender zu fahren, stieg Bischöfin Junkermann nach Auslaufen ihres Leasingvertrages auf eine 245 PS starke BMW Limousine um, die das Klima mit 180 g CO2/km stärker belastet als ihr vorheriges Fahrzeug.

Die Schlusslichter der DUH-Abfrage bildeten gemeinsam der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck und Hannovers Landesbischof Ralf Meister. Beide sind im VW Phaeton 3.0 unterwegs (224 g CO2/km), den in Hannover auch schon Amtsvorgängerin Margot Käßmann für ihre Dienstfahrten wählte.





(Quelle: DUH, Ergänzungen GM)

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