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Donnerstag, 17. Mai 2012 - Eine andere Information ist möglich!
ÖKOLOGIE

Ökosiegel für Autos: Da ist was schief gegangen


Berlin (1.12.11): Also, da dürfte was schief gegangen sein, wenn große Autos, die für die Konzerne hohe Margen versprechen, jetzt plötzlich Öko-Vorbilder sein sollen. Denn es soll gelten: Je schwerer, desto öko. BUND oder vzbv sprechen von Verbrauchertäuschung.
"Wenn in den Autohäusern ab sofort das neue farbige Pkw-Verbrauchslabel auftaucht, sollten sich potentielle Autokäufer an allem orientieren, nur nicht an diesem Label", so Jens Hilgenberg, Verkehrsexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Warum? "Die neue Verbrauchskennzeichnung für Pkw täuscht die Verbraucher und schadet der Umwelt. Wenn beispielsweise Luxus-Geländewagen wie der Mercedes ML 250 oder der Audi Q7 mit einem Spritverbrauch um die acht Liter grüne Labels erhalten und viel sparsamere Autos mit einem Verbrauch von fünf Litern nur gelbe, dann stimmt die Kennzeichnung nicht. Wir müssen die Verbraucher davor warnen, auf dieses unsinnige Öko-Label hereinzufallen", sagte Hilgenberg.


Neue Pkw sollen, wie schon bei Kühlschränken üblich, ab 1. Dezember entsprechend ihrem Energieverbrauch mittels einer Farbscala in verschiedene Effizienzklassen eingeteilt werden. Hilgenberg kritisiert vor allem, dass bei der Einteilung in die Klassen A, B und C (alle grün) über D (gelb), E (orange) bis F und G (beide rot) das Gewicht der Autos ein ausschlaggebender Faktor ist. Schwere Autos dürften demnach sehr viel mehr CO2 emittieren als kleine und leichte Pkw und erhielten trotzdem ein grünes Siegel.

Es sei die deutsche Automobilindustrie gewesen, die das Pkw-Gewicht zu einem entscheidenden Kriterium der Einordnung in die verschiedenen Effizienz-Klassen gemacht habe.

Die neue Pkw-Kennzeichnung sollte eigentlich dazu führen, die Transparenz für potentielle Autokäufer zu erhöhen und die Produktion verbrauchsarmer Autos zu fördern. Wenn Pkw entsprechend ihrer Umweltschädlichkeit in eine Farbscala eingeordnet werden sollten, dann müsse die grüne Farbe eindeutig für besonders umweltfreundliche Fahrzeuge stehen. Gelb müsse tatsächlich ökologisch bedenklich bedeuten und rot besonders umweltbelastend. "Anstatt den Kauf spritsparender Modelle zu fördern fahren künftig Geländewagen-Käufer mit gutem Öko-Gewissen durch unsere Straßen. Mit dem grünen Siegel dürfen nur solche Autos belohnt werden, deren CO2 -Emissionen unter 100 Gramm pro Kilometer liegen", forderte Hilgenberg. Für die Umwelt zählten nur die absoluten Emissionen, "das was hinten herauskommt", sagte Hilgenberg.


Und der vzbv sagt klar und unmißverständlich: Was sich zunächst gut anhört, ist auf den zweiten Blick Verbrauchertäuschung.

Nach der neuen Kennzeichnungsverordnung über den Energieverbrauch von PKW werden die effizientesten Autos in Klasse A+ eingeordnet (farblich grün gekennzeichnet), die ineffizientesten in Klasse G (farblich orange gekennzeichnet).

Bewertet wird allerdings nicht der Ausstoß von Treibhausgasen allein, sondern der Ausstoß von Treibhausgasen in Abhängigkeit vom Gewicht. Das heißt, bei gleichem Verbrauch und gleichen CO2-Emissionen bekommen schwere Autos eine bessere Effizienzklasse als leichte Autos.





(Quelle: BUND, vzbv)

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