Unter allen EU-Ländern gilt Deutschland als der sechstgrößte Ausbeuter der Tiefsee-Grundschleppnetzfischerei im Nordatlantik.
Bis zu 8500 Jahre alte Korallenriffe sind durch die gravierenden Folgen des Einsatzes von Grundschleppnetzen schwer beschädigt oder vollständig zerstört.
Pew drängte die EU-Kommissarin für maritime Angelegenheiten und Fischerei, Maria Damanaki, darauf hinzuarbeiten, die destruktiven Fangmethoden der Tiefseefischerei einzustellen. Die Europäische Kommission bereitet derzeit die für den Frühling geplante Veröffentlichung zur Zwangsregulierung der Tiefseefischerei vor.
"Da die EU, darunter auch Deutschland, über eine der größten Tiefsee-Fischereiflotten der Welt verfügt, ist sie hervorragend positioniert, um eine globale Führungsrolle in den Bemühungen um den Schutz empfindlicher Tiefsee-Arten und -Ökosysteme zu übernehmen sowie vor den schädlichen Auswirkungen der Grundfischerei zu schützen", so Matthew Gianni, Deep Sea Policy Advisor der Pew Environment Group.
Im Rahmen ihres soeben erschienenen Analyseberichts "Aufstieg aus dem Abgrund: Für einen Kurswechsel in den EU-Vorschriften zum Schutz der Tiefsee", welcher die aktuellen Probleme bei der Beaufsichtigung und Kontrolle der EU-Tiefseefischerei im Nordostatlantik aufzeigt, schlägt Pew folgende Lösungen vor, die die Nachhaltigkeit und den Schutz des gefährdeten Artenreichtums der Tiefsee gewährleisten können.
Erstens, die schrittweise Einstellung des Einsatzes destruktiver Methoden und Geräte in der Hochsee-Grundfischerei, die Vorlage von Vorab-Folgenabschätzungen als Voraussetzung für die Erteilung von Fangerlaubnissen für die Tiefseefischerei, die Sperrung von Gebieten, in denen Schäden an empfindlichen marinen Ökosystemen wie Kaltwasserkorallen und Schwämmen durch die Tiefseefischerei zu befürchten sind und die Reduzierung der Beifänge.
Deutschlands Ausbeute an Tiefsee-Fisch im Nordatlantik belief sich nach Angaben von PEW 2010 auf 480 Tonnen. In der EU befinden sich mit 103 Tiefseefischerei-Booten im Besitz, was rund ein Drittels des weltweiten Gesamtbestandes darstellt.
(Quelle: PEW)




