Dazu hat Robin Wood eine Recherche-Reise nach Indonesien unternommen: Rund drei Monate nach der gewaltsamen Zerstörung eines Dorfes auf der indonesischen Insel Sumatra durch Polizei und Einsatzkräfte des Palmöl-Konzerns Wilmar habe Unilever noch immer nichts gegen die unhaltbaren Zustände bei seinem Lieferanten unternommen.
Robin Wood forderte in einem Gespräch der Tage mit Konzernverantwortlichen in Hamburg, dass Unilever die Zusammenarbeit mit Wilmar sofort beendet.
An dem mehrstündigen Gespräch, das am Hamburger Flughafen stattfand, nahmen von Seiten Unilevers Harry Brouwer (Geschäftsführer von Unilever Deutschland, Österreich, Schweiz), Marc Engel (globaler Chefeinkäufer), Jan-Kees Vis (Verantwortlicher für nachhaltige Landwirtschaft und Präsident des RSPO, Roundtable on Sustainable Palm Oil) sowie Merlin Koene (Leiter der Unternehmenskommunikation) teil. Mit dabei waren neben einer Delegation von Robin Wood und zwei VertreterInnen von ‚Rettet den Regenwald’.
Robin Wood wirft Unilever vor, Palmöl für Markenprodukte wie Rama-Margarine aus unverantwortlicher Produktion zu kaufen.
Ein Teil des Palmöls stamme nach Angaben von Robin Wood aus industriellen Monokulturen - hat also nichts mit Bio-Diversität zu schaffen, wo sich nun B.A.U.M. kraft Konsortium gemeinsam mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC, die jüngst in den Rechenfehler um fehlende 55 Milliarden involviert war, positionieren will - von Wilmar. Wilmar und seine Tochterunternehmen sind in hunderte Landkonflikte verwickelt. Einer davon eskalierte im August dieses Jahres in dem Dorf Sungai Beruang. Einsatzkräfte der Wilmar-Tochter „Asiatic Persada“ verwüsteten zusammen mit der indonesischen Polizeibrigade Brimob das Dorf.
Anfang Oktober war ein Rechercheteam von Robin Wood nach Indonesien gereist, um sich selbst ein Bild der Lage zu machen und fand die Vorwürfe gegen Wilmar bestätigt. „Wir haben die zerstörten Häuser gesehen und mit verängstigten und verletzten Menschen gesprochen, die ihr Zuhause verloren haben“, erzählt Sara-Ann Lampmann.
„Unilever gibt in Gesprächen zu, dass ihr Palmöl nicht nachhaltig ist. Den Konsumenten aber wird auf der Website versprochen, Unilever verwende hierzulande nur zertifiziertes Palmöl. Das ist verlogen, und das werden wir ihnen solange aufs Butterbrot schmieren, bis sie auf Palmöl aus Raubbau verzichten“, sagt Peter Gerhardt, Robin Wood-Tropenwaldreferent.
Unilver läßt wissen: "Ab 2015 soll unser gesamtes in Europa eingesetztes Palmöl rückverfolgbar aus nachhaltigem und zertifiziertem Anbau stammen.". Dabei setze man auf die RSPO-Zertifizierung, die aber heftig umstritten ist. Vorsitzender von RESPO ist aktuell Jan Kees Vis von Unilver.
(Quellen: Unilver, Robdin Wood, Greenpeace, B.A.U.M.)




