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Donnerstag, 17. Mai 2012 - Eine andere Information ist möglich!
ÖKOLOGIE

Wale als Beifang gehört gestoppt


Berlin (12.1.12): Die weltweiten Bestände von Zahnwalen, wie Tümmler, Schweinswal und Delphin, sind in den vergangenen zehn Jahren dramatisch geschrumpft. Zu diesem Ergebnis kommt ein UN-Bericht, der von der Umweltschutzorganisation WWF mitfinanziert und durchgeführt wurde.
Der Report des UN-Übereinkommens zur Erhaltung wandernder Tierarten (Bonner Konvention) dokumentiert die akute Bedrohung von 86 Prozent aller Zahnwalarten aufgrund von Beifang in Langleinen, Stell- und Schleppnetzen. Zahnwale, wie etwa der heimische Schweinswal, sind von Beifang stärker betroffen als die großen Bartenwale, die sich überwiegend von Krill ernähren.

„Obwohl Wale weitgehend nicht mehr kommerziell gejagt werden, sind ihre Bestände zunehmend stärker bedroht“, warnt Volker Homes, Leiter Artenschutz des WWF. Gründe hierfür seien vor allem das unnötige Sterben als Beifang in Netzen sowie die Überfischung ihrer Hauptnahrungsquellen. „Um das Aussterben von Walarten zu verhindern, müssen kommerzielle Fischereimethoden verbessert werden“, fordert daher der WWF-Experte. Hierfür seien Methoden und Techniken zur Vermeidung von Beifang und die Ausweisung saisonaler Schutzgebiete dringend erforderlich.


Zahnwale orientieren sich in ihrem Lebensumfeld mit Klick-Lauten und können bei ihrer Beutejagd die Fischernetze häufig nicht orten. Sie verfangen sich daher, ertrinken und werden als ungewollter Beifang wieder ins Meer geworfen. Dem UN-Bericht zufolge sind Zahnwale zudem durch lokale Jagd, Schiffszusammenstöße, Verlärmung der Meere und die Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet. Weitere Todesursachen für die Meeressäuger sind die Aufnahme von Plastikabfällen und Chemikalien, die zum Beispiel gegen Algenbewuchs an Schiffswänden eingesetzt werden.

Beifang und Umweltverschmutzung sind dem Bericht zufolge jedoch nicht nur ein Problem der Meere. So sei von dem im Yangtse-Flusssystem in China beheimateten Baiji-Flussdelphin seit 2002 kein lebendes Individuum mehr gesichtet worden. Die Art ist damit nach WWF-Einschätzung mit großer Wahrscheinlichkeit ausgestorben.



(Quelle: WWF)

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