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ÖKOLOGIE

Widerstand gegen E.ONs Pläne finnisches AKW zu bauen


Helsinki/Essen (13.7.10): Das finnische Parlament hat Anfang Juli mit den Stimmen der Regierungskoalition dem Bau von zwei neuen Atomkraftwerken zugestimmt.
Zwei Unternehmen, die je ein Kraftwerk bauen wollen, haben damit grünes Licht erhalten. Bei dem einen Unternehmen handelt es sich um TVO, das aktuell den Atommeiler Olkiluoto 3 bauen lässt. Das andere Unternehmen ist Fennovoima, an dem der Energiekonzern E.ON mit 34 Prozent beteiligt ist.

Fennovoima will sich Anfang kommenden Jahres für einen Standort entscheiden, momentan prüft das Unternehmen die Alternativen Pyhäjoki in Nordösterbotten und Simo in Lappland. „Hier soll unsere Natur und Sicherheit den kurzfristigen Interessen der Industrie geopfert werden“, empört sich Kari Lunnas aus Kemi, nahe dem geplanten Standort Simo.

„Denn zusätzlich zu den Unfallgefahren und dem ungelösten radioaktiven Abfallproblem wird das Kühlwasser aus dem Reaktor das Ökosystem der Ostsee schwerwiegend stören, ein Phänomen, das wir am AKW-Standort Loviisa schon beobachten können.“ Deshalb bildet sich Widerstand vor Ort: das Atomnetzwerk von See-Lappland (Meri-Lapin ydinverkosto) führt öffentliche Protestaktionen durch und schickte im Mai einen Vertreter zur Hauptversammlung von E.ON, um dort auf die Gefahren der Atomkraft und das unverantwortliche Verhalten von E.ON in Lappland aufmerksam zu machen.

„Inzwischen ist eine Mehrheit der Finnen gegen den Neubau von Atomkraftwerken, vor allem die Frauen und jungen Leute sprechen sich klar gegen Neubauten aus“, erklärt Pirjo Roponen-Lunnas, ebenfalls aus Kemi. „Statt auf diesen wachsenden Widerstand zu hören, ist die einzige Lehre, die die Regierung aus dem Desaster von Olkiluoto zieht, diesmal Staatsgarantien für den Bau neuer Atomkraftwerke vorzuschlagen. Das ist unverantwortlich.“ Bei Olkiluoto 3 liegen die geschätzten Baukosten inzwischen etwa doppelt so hoch wie im Fixpreis versprochen und die Baudauer mehrere Jahre über der verabredeten Zeit.

„E.ON hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder für ausländische Atomkraftwerke interessiert. Der Konzern torpediert nicht nur den Atomausstieg in Deutschland, sondern betreibt zudem europaweit eine unverantwortliche und aggressive Atompolitik, wie das Beispiel Finnland zeigt“, erklärt Regine Richter, Energieexpertin bei der Umweltorganisation urgewald, die den Gast aus Finnland zur Hauptversammlung eingeladen hat.

(Quelle: urgewald)

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