"Das Deutsche Institut für Menschenrechte ruft Politik und Gesellschaft in Deutschland auf, gemeinsam und nachhaltig Rassismus in Deutschland zu bekämpfen. Wenn Rassismus gesellschaftlich geduldet und rassistische Diskriminierungen in der Öffentlichkeit unwidersprochen bleiben, ist dies ein Nährboden für rassistische Gewalt und die Ausgrenzung von Menschen."
Es fehle der Politik, so das Institut, an einer umfassenden Strategie, die sich
gegen Antisemitismus, Rassismus gegen Sinti und Roma (Antiziganismus), Rassismus gegen sichtbare Minderheiten wie Schwarze Menschen oder gegen antimuslimischen Rassismus wendet. Aber, so muss man ergänzen, es ist nicht nur die Politik gefordert, sondern auch die Wirtschaft bis hin zu den sozialpartnerschaftlichen Organisationen und auch die Kirchen.
Die durch die rassistische Mordserie der 'Zwickauer Zelle' ausgelöste Debatte darf
jetzt nicht bei der Suche nach Versäumnissen und Fehlern von Polizei und Verfassungsschutz oder bei der Frage eines NPD-Verbots stehen bleiben, meint das Insitut. Vielmehr muss nun endlich das Problem von Rassismus in Deutschland auch jenseits rechtsextremistischer Positionen entschlossen angegangen werden. Es ist überfällig, in Deutschland ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass es Rassismus jenseits des Rechtsextremismus gibt – in der 'Mitte der Gesellschaft'. Darauf weisen nicht zuletzt auch die Vereinten Nationen und der Europarat immer wieder hin.
Webtip > Empfehlungen der Europäischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) – 4. Deutschlandbericht > www.institut-fuer-menschenrechte.de/index.php




