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Montag, 21. Mai 2012 - Eine andere Information ist möglich!
POLITIK

Tanz der Rechtsextremen in der Hofburg am Holocaust-Tag


Wien (18.11.11): So geht "Normalität" in Österreich mit Rechts: Am Holocaust-Gedenktag erhalten nach Angaben von SOS-Mitmensch rechtsextreme Organisationen die Hofburg für ihren Ball.
Nachdem sich die österreichische Finanzministerin schwer antisemitisch geäußert hat im Zuge der währenden Finanzkrise, was internationale Empörung auslöste, und der österreichische Staatsrundfunk das Horst-Wessel im Freitagsabend-Programm spielt, was auch in Deutschland zu Schlagzeilen in DER BILD geführt hat (Nazi-Skandal im Ösi-Land) wundert einem gar nichts mehr. In Österreich dürfte nun im wortwörtlichen Sinne der Rechtsextremismus und ihm geistig nahestehende Organisationen tatsächlich hoffähig geworden sein: Am 27. Jänner 2012 will der Wiener Korporationsring einen Ball in den Festsälen der Wiener Hofburg abhalten. Die Burghauptmannschaft hat diese Veranstaltung genehmigt, obwohl dem Wiener Korporationsring zahlreiche rechtsextreme Burschenschaften angehören.

Was ohnehin schon ein Skandal ist, gewinnt zusätzliche Brisanz durch die Tatsache, dass der 27. Jänner der Tag der Befreiung von Auschwitz und in vielen Ländern offizieller Holocaust-Gedenktag ist, fasst SOS-Mitmensch zusammen.


Der Wiener Korporationsrings (WKR) verlangt von seinen Mitgliedern ein Bekenntnis zum angestammten Volkstum im Rahmen der abendländischen Kulturgemeinschaft. Dominiert wird der WKR von Organisationen, die weder eine ausgeprägte Distanz zum Nationalsozialismus pflegen noch rassistisches Gedankengut wirklich ablehnen. Der Ball des WKR wird auch nach Einschätzung vieler Experten und Journalisten als Vernetzungstreffen für Rechtsextremisten aus ganz Europa genützt.

"Dass eine rechtsextrem durchsetzte Vereinigung am Holocaust-Gedenktag in einem staatstragenden Gebäude wie der Hofburg ein Fest abhält, ist unerträglich. Das kommt einer Verhöhnung der Opfer des Holocaust und der Opfer von rechtsextremer Gewalt gleich.", so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.

Und Pollak weiter: "Es ist ein Skandal, dass das offizielle Österreich in Gestalt der
Burghauptmannschaft, die dem Wirtschaftsministerium unterstellt ist, eine solche Veranstaltung genehmigt hat!"

SOS Mitmensch fordert die Burghauptmannschaft und das Wirtschaftsministerium dazu auf, umgehend zu reagieren und den Wiener Korporationsring wieder aus der Hofburg auszuladen. Rechtsextreme Vereinigungen haben in der Hofburg nichts verloren. Und schon gar nicht darf der Holocaust-Gedenktag zu einem vom offiziellen Österreich bewilligten Festtag für rechte Hetzer werden.

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