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POLITIK

WKR-Ball, Hofburg, Rechtsextreme und UNESCO


Wien (19.1.12): Die Wogen rund um den WKR-Ball in der Hofburg schlagen immer höher. Die Österreichische UNESCO-Kommission hat den Ball, wo zahlreiche rechtsextreme Organisationen teilnehmen, zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Der Ball findet am 27. Januar am Holocaust-Gedenktag statt.
Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek fordert den Rücktritt der Österreichischen UNESCO Kommission nach WKR-Kulturerbe-Skandal.

In einem Schreiben an SOS Mitmensch hat die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek angekündigt, dass sie sich den Protesten gegen die Aufnahme des WKR-Balls in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes anschließe.


Jelinek fordert eine Entschuldigung der Österreichischen UNESCO Kommission und spricht sich für deren Rückritt aus. Zuvor hatte SOS Mitmensch in einem Offenen Brief die Österreichische UNESCO Kommission zur sofortigen Streichung des WKR-Balls aus ihrer Liste der "immateriellen Kulturgüter Österreichs" aufgefordert.

Nach Bericht der österreichischen Tageszeitung DER STANDARD habe die Österreichische UNESCO-Kommission aktuell den WKR von der Liste genommen auf ihrer Website, ohne jedoch diese Entscheidung rückgängig machen zu wollen.

"Die Entscheidung, den WKR-Ball als Teil österreichischen Kulturerbes anzuerkennen, kann nur ein geschmacksloser Faschingsscherz sein.", so Karl Öllinger von den GRÜNEN. Zum Hintergrund dieses Beschlusses der Österreichischen UNESCO-Kommission unter Vorsitz von Eva Nowotny: Er wurde getroffen von Vertretern von fünf Ministerien und aller neun Bundesländer. Das ist nach Meinung vieler ein Skandal.

"Ich sehe diese Aufwertung einer skandalösen Veranstaltung, die nicht zuletzt auch dem antifaschistischen Verfassungsauftrag Hohn spricht, als eine Verunglimpfung Österreichs an. Ein deklariert deutschnationaler Ball kann im Übrigen niemals Österreich zu irgendwelchen Ehren gereichen, er sollte, wenn überhaupt, in das deutsche ("und heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt") Weltkulturerbe einfließen. So sehen das sicher auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Balles. Sie wollen Deutsche sein und verachten die österreichische Nation. Eine öffentliche Entschuldigung des österreichischen UNESCO-Komitees bei allen Landsleuten, denen mit der unsinnigen Aufwertung dieses Balles Schande angetan wurde, wäre das mindeste, das zu verlangen wäre. Ich persönlich bin ja der Ansicht, daß dieses Komitee geschlossen zurücktreten sollte.", so Elfriede Jelinek in ihrem Schreiben an SOS Mitmensch.

SOS Mitmensch fordert die Österreichische UNESCO Kommission dazu auf, die Streichung des WKR-Balls aus der Kulturerbe-Liste noch VOR dem Ball am 27. Jänner vorzunehmen. "Es darf nicht sein, dass am Holocaust-Gedenktag ein Rechtsextremen-Ball unter dem Quasi-Ehrenschutz der UNESCO stattfindet. Auch wenn das von der UNESCO Kommission nicht so beabsichtigt ist, wäre das ein unfassbarer Hohn gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus und gegenüber allen demokratisch denkenden Menschen in Österreich", so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.


Hintergrundartikel > bit.ly/wOLzne

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