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(c) Knaur-Verlag

 

Die Spendenmafia


Berlin (27.12.11): Eine Kontroverse hat das Buch von Loipfinger über die Spendenmafia ausgelöst. 100 Millionen dürften missbräuchlich eingesammelt worden sein. Aber auch Querverbindungen zwischen Rechtsextremismus und Tierschutz. Der Deutsche Fundraisingverband zeigt sich besorgt.
Es geht um viel Geld: Jährlich werden in Deutschland rund 5 Milliarden Euro gespendet. NGOs und der so genannte "Dritte Sektor" sind der drittgrößte Arbeitgeber in Deutschland. Einiges liegt im Argen, so weigern sich große Verbände Kollektivverträge einzuführen oder missbrauchen Praktika. NGOs, die bei ethischen Banken ihre Konten unterhalten sind eine Minderheit, ebenso geben sie ihr Geld lieber in Mainstream-Medien aus als kleine alternative Medien mit Inseraten zu bedenken bis hin, dass viele NGOs noch immer keinen Strom von den Ökostromanbietern beziehen. Last, but not least, steht es um demokratische Partizipation und Transparenz auch nicht zum besten, obwohl viele NGOs Gelder der Öffentlichen Hand beziehen.

Und nun die Spenden. Loipfinger will herausgefunden haben, dass rund 100 Millionen Spenden nicht dort ankommen, wo behauptet wird. Loipfinger betreibt seit Jahren die Webplattform > www.charitywatch.de , wo er auch über die Verbindungen zwischen Rechtsextremismus (Bund Freier Bauern) und Tierschützer dokumentarisch nachgeht (> www.charitywatch.de/index.asp ). Wer da dann gut gemeint spendet, landet das Geld vielleicht in Kanäle, die man nicht will, weshalb gerade bei vor allem unbekannteren Tierschutzorganisationen genau hingeschaut werden muss.


Ausgelöst durch die Vorwürfe des Journalisten Stephan Loipfinger, erreicht die aktuelle Berichterstattung zum Thema Spendenwesen eine neue und für Spender wie NGOs verstörende Dimension, so der Deutsche Fundraisingverband. "Eine derart einseitig negative Berichterstattung in der wichtigsten Spendenzeit des Jahres habe ich in meiner bisherigen Laufbahn noch nicht erlebt", erklärt Matthias Buntrock, Vorsitzender des Deutschen Fundraising Verbandes.

Die Förderung der Kultur des Gebens ist das oberste Ziel des DFRV. Aufgrund der aktuellen Situation nimmt diese derzeit riesigen Schaden. Non-Profit-Organisationen sind auf regelmäßige Einnahmen angewiesen, um ihre satzungsgemäßen Zwecke erfüllen und langfristige Projekte durchführen zu können. Nur mit einem verlässlichen Budget können Maßnahmen effizient und zielführend geplant sowie umgesetzt werden. Projekte wie z.B. die Hilfe für Obdachlose oder die Integration von ehemaligen Strafgefangen sind ohne aktive Spendenwerbung nicht einmal denkbar. Der DFRV setzt sich deshalb seit Jahren für eine freiwillige und verantwortungsvolle Unterstützung des gemeinnützigen Sektors quer durch alle Alters- und Bevölkerungsgruppen ein.

Zu der Einhaltung dieser Regeln sind auch die im DFRV organisierten Fundraisingagenturen verpflichtet. Trotzdem steht vor allem die Zusammenarbeit mit professionellen Dienstleistern immer wieder im Mittelpunkt der Kritik. Dabei wird häufig übersehen, dass sie in der Regel eine deutlich effizientere und erfolgreichere Spendensammlung unterstützen. Damit sparen die NGOs Ressourcen, die ihren gemeinnützigen Aufgaben und Projekte, somit den originären Satzungszwecken, zugute kommen.


Buchtip

Stefan Loipfinger, „Die Spendenmafia – Schmutzige Geschäfte mit unserem Mitleid“ erschien im Knaur-Verlag (ISBN: 978-3-426-78498-3)




(Quellen: Loipfinger, charitywatch, DFRV)

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