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Montag, 21. Mai 2012 - Eine andere Information ist möglich!
SOZIALES

Flucht aus privaten Krankenkassen


Berlin (12.1.12): Die Gründe für die Flucht sind verstehbar: Drastisch steigende Kosten und weniger Leistung.
Vor allem der letzte Punkt ist immer Anlass für heftige Auseinandersetzungen: Es kommt nicht selten vor, dass man sich als Patient fragen muss, wer denn nun der behandelnde Arzt sei? Der eigene Arzt verschreibt, und rechnet meist höhere Gebühren ab, weil ja privat versichert, und die Versicherung will dann die Rechnung nicht zahlen. Der Patient ist aber schon in Vorlage getreten. Und nun muss man sich mit der Versicherung streiten, ob denn die verschriebene Leistung rechtens war.
Zweiklassenmedizin stoppen.

Und: Immer mehr Krankenkassen gehen pleite. Nach der City BKK schließt zum Jahresende die BKK für Heilberufe. Rund 113.000 Versicherte müssen sich eine neue Kasse suchen.


Vor diesem Hintergrund stellt der SoVD fest: Die zunehmende Abwanderung privat Krankenversicherter in die gesetzliche Krankenversicherung legt eine zentrale Schwachstelle des deutschen Gesundheitssystems offen. Denn das Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversicherung ist kostspielig und ineffizient.

So können drastische Prämienanstiege im Alter und fehlende Instrumente zur Preissteuerung der medizinischen Leistungen durchaus zu schwerwiegenden Nachteilen für privat Versicherte führen. Zudem verursacht die Spaltung des Krankenversicherungssystems wachsende Belastungen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Hier müssen die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen für mittlere und große Krankheitsrisiken einstehen, wie Gutachten belegen. Diese Ungerechtigkeit spiegelt sich nicht zuletzt auch in der Praxisgebühr wider.






(Quellen: DGB, SOVD)

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