Becel pro.activ ein Medikament?
"Becel pro.activ sollte nur auf ärztliche Empfehlung in der Apotheke abgegeben werden. Unilever sollte den freien Verkauf an Jedermann im Supermarkt stoppen und ein Zulassungsverfahren als Medikament anstrengen, damit die nach dem Arzneimittelrecht zuständigen Behörden den gesundheitlichen Nutzen sowie die Risiken und Nebenwirkungen beurteilen können."
Becel pro.activ sind pflanzliche Phytosterine zugesetzt, die sehr ähnlich sind zu Cholesterin. Unilever soll nachgewiesen haben, dass sie das "schlechte" LDL-Cholesterin im Blut senken können. Doch ist Wirkung gleich Nutzen? Ob eine durch Pflanzensterine bewirkte Senkung des Cholesterinspiegels auch das Risiko für Herzinfarkte senkt, sei lt. foodwatch nicht belegt, anders eben als bei cholesterinsenkenden Arzneimitteln.
Bisher ist gesetzlich zwar ein Hinweis auf der Verpackung vorgeschrieben, dass Lebensmittel mit Pflanzensterinzusatz für Personen gedacht sind, die ihren Cholesterinspiegel senken möchten. So steht auch auf der Becel-pro.activ-Verpackung im Kleingedruckten: "Exklusiv bestimmt für Personen mit überhöhtem Cholesterinspiegel." Aber, eben nur kleingedruckt.
Die Werbung für dieses Produkt kann jedoch dahingehend interpretiert werden, dass mit der besagten Margarine praktisch Jedermann, der nur "ein wenig besorgt" über seinen Cholesterinspiegel ist, medizinische Vorsorge treffen könne.
Aber: "Wer sich Sorgen über seinen Cholesterinspiegel macht, sollte zum Arzt gehen und nicht in den Supermarkt.", sagt foodwatch und fordert auch die Hersteller anderer cholesterinsenkender Produkte auf, diese als Medikament zu behandeln und nicht länger frei als Lebensmittel zu verkaufen. Dazu gehören nach Ansicht von foodwatch Deli Reform Active von den Walter Rau Lebensmittelwerken, Benecol von Emmi sowie Danacol von Danone.
Redaktioneller Nachtrag vom 15.11.11
Reaktion von B.A.U.M. vom 14.11.2011, die Glocalist, ohne in der Sache damit recht zu geben, entlang der eigenen Richtlinien gerne publiziert, wonach sich kritisiert Erachtete ihre Sichtweise darlegen können:
"In Ihrer Meldung entsteht fälschlicherweise der Eindruck, der Preis honoriere die gesamte Geschäftstätigkeit von Unilever, was angesichts der Produktvielfalt gar nicht möglich ist.
Tatsächlich hat die Jury für die diesjährige B.A.U.M.-Preisverleihung bewusst Vertreter von Unternehmen ausgewählt, die sich durch Projekte und erfolgreiche Maßnahmen im Bereich der Energieeffizienz hervorgetan haben. Deutschland hat als erstes Land der Welt den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen, und B.A.U.M. hat hier ein umfangreiches Positionspapier vorgelegt, damit der auch von uns seit Jahren geforderte Ausstieg und der Einstieg in eine nachhaltige Energiewende erfolgreich realisiert werden können. Energieeffizienz, Energiesparen und Erneuerbare Energien spielen hier eine entscheidende Rolle.
Unilever hat durch ein innovatives Energieeffizienzprogramm beim Neubau eines Verwaltungsgebäudes in der Hafencity Energieeinsparungen von 70 Prozent realisiert. Genau solche Beispiele müssen belobigt und intensiv kommuniziert werden – wie z.B. auch die Beispiele der weiteren B.A.U.M.-Preisträger: So leitet der Preisträger Ralf Lokay die erste klimaneutral produzierende Druckerei in Deutschland; der Preisträger Dr. Martin Viessmann hat ein umfassendes Energieeffizienzprogramm in seinen Werken in Allendorf realisiert.
Unilever führt zudem bereits seit zwölf Jahren den Dow Jones Sustainability Index für den Lebensmittelsektor an und beweist damit insgesamt sein kontinuierliches Nachhaltigkeits-Engagement.", so B.A.U.M. in ihren Statement gegenüber Glocalist.




