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Fortschrittsindex: Hurrah, wir sind vorne!


Berlin/Frankfurt (1.12.11): Heute hat das "Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt" den so genannten Fortschrittsindex präsentiert. Deutschland liegt auf Platz 5, an erster Stelle Norwegen.
In den vergangenen Jahren ist das Leben in den wichtigsten OECD-Ländern objektiv besser geworden, sagt das "Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt". Eine breite Ansage und Behauptung angesichts von rund 45 Millionen Menschen, die in Europa in Armut leben. Das Problem von Mittelwerten ist eben, dass sie die dahinter liegende Spreizung oft verdecken.

Nach Ansicht vom „Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt“ waren im Jahr 2009 Norwegen, Schweden und die Schweiz die fortschrittlichsten Länder. Sie zeichnen sich durch hohes Einkommen, eine hohe Lebenserwartung und ein hohes Bildungsniveau bei gleichzeitig geringer Umweltbelastung aus.


Deutschland stand 2009 im Fortschrittsindex auf Platz 5, knapp hinter Japan (Platz 4) und vor den USA (Platz 9). Die europäischen Krisenländer Spanien, Griechenland und Portugal lagen mit Dänemark und Belgien am unteren Ende der Rangfolge.

Der Fortschrittsindex soll zeigen, dass sich Lebensqualität und Fortschritt breiter messen lassen als nur mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP). Eine ganzheitliche Messung von Fortschritt ist auch eine Aufgabe der aktuellen Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zu „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“. Der Fortschrittsindex ist weltweit nach wie vor die einzige Messgröße, die ökonomische, soziale und ökologische Aspekte des Fortschritts zusammenfasst und für 22 OECD-Länder für den Zeitraum 1970 bis 2009 vorliegt.

Zwischen 1999 und 2009 sei das Leben in allen 22 untersuchten Ländern besser geworden, wenn auch unterschiedlich stark, so das Zentrum. Wie man sich dann die These vom DIW-berlin erklärt, wonach dieses Jahrzehnt ein verlorenes Jahrzehnt für Arbeitnehmer sei, lässt sich nur schwer auf eine Reihe bringen. Besonders groß war der Fortschritt in Südkorea, wo die Lebenserwartung und die Einkommen deutlich zugenommen haben. Deutschland folgt direkt dahinter, vor allem dank der kräftigen Zunahme der durchschnittlichen Ausbildungsjahre.

Den geringsten Fortschritt verzeichneten von 1999 bis 2009 Italien, die Schweiz und die USA. In Italien bremste vor allem das sinkende Pro-Kopf-Einkommen, in der Schweiz das stagnierende Bildungsniveau und in den USA die kaum steigende Lebenserwartung.

„Die neue Ausgabe des Fortschrittsindex ist eine solide Grundlage für eine breitere Diskussion über Fortschrittmaße. Damit wollen wir Impulse setzen im Dialog über gesellschaftliche Prioritäten und wünschenswerte Zukünfte“, betonte Dr. Stefan Bergheim, Gründer und Leiter des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt.

Der Fortschrittsindex fasst vier Größen zusammen: das Nettonationaleinkommen, die Lebenserwartung Neugeborener, die Ausbildungsjahre sowie der ökologische Fußabdruck.

„Der Fortschrittsindex ermöglicht eine Aussage darüber, ob und wie das Leben in einem Land besser geworden ist und er erlaubt gleichzeitig eine Analyse der einzelnen Elemente des Fortschritts“, zeigt sich Bergheim überzeugt.




(Quellen: ZfGF, DIW)

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