Greenpeace Energy - für die Energiewende geben wir alles - außer klein bei



Anzeige
Montag, 21. Mai 2012 - Eine andere Information ist möglich!
SOZIALES

Korruptionsindex 2011


Berlin (1.12.11): Die NGO Transparency International hat den Korruptionsindex 2011 präsentiert. Am wenigsten korrupt ist Neuseeland, am korruptesten sind Nordkorea und Somalia.
Die Antikorruptionsorganisation Transparency International hat heute den Corruption Perception Index (CPI, Korruptionswahrnehmungsindex) veröffentlicht.

Für den CPI 2011 wurden 183 Länder nach der im öffentlichen Sektor - bei Beamten und Politikern - wahrgenommenen Korruption bewertet. Angeführt wird der CPI 2011 von Neuseeland (9,5), Dänemark (9,4), Finnland (9,4), Schweden (9,3) und Singapur (9,2). Beamte und Politiker dieser Länder werden als besonders integer wahrgenommen.


Zwei Drittel der gelisteten Länder erreichten weniger als 5,0 von 10,0 Punkten. Auf den untersten Plätzen des CPI 2011 finden sich rohstoffreiche Länder wie Turkmenistan und Usbekistan (1,6) und von dauerhaften innenpolitischen Konflikten gezeichnete Länder wie Afghanistan und Myanmar (1,5). Weltweite Schlusslichter sind Somalia (1,0) und Nordkorea (1,0) auf Platz 182. Nordkorea erscheint zum ersten Mal im CPI.

Das Länder-Ranking des CPI setzt sich aus verschiedenen Indizes zusammen, für die Experten und Manager befragt wurden. Die Länder werden auf einer Skala von null (hoher Grad wahrgenommener Korruption) bis zehn Punkten gelistet (keine wahrgenommene Korruption).

International betrachtet belegt Deutschland mit 8,0 Punkten (2010: 7,9, 2009: 8,0) einen vergleichsweise guten 14. Platz. Deutschland liegt jedoch weiterhin im europäischen Mittelfeld – ohne den Abstand zu den europäischen Spitzenreitern Dänemark, Finnland und Schweden zu verringern. Neun der 27 EU-Mitgliedstaaten rangieren unter der Fünf-Punktemarke. Bulgarien ist Schlusslicht in der Europäischen Union und befindet sich mit 3,3 Punkten auf Platz 86.

Edda Müller, Vorsitzende von Transparency Deutschland: „Die Bundesregierung übernimmt derzeit in vielen europäischen und internationalen Verhandlungen eine Führungsrolle. Die Bekämpfung von Korruption sollte dabei stets mit auf der Agenda stehen, denn sie ist für die Lösung der dringendsten Probleme der heutigen Zeit wie den Klimawandel und die Finanzmarktkrise eine entscheidende Voraussetzung. Gleichzeitig darf die Bundesregierung ihre eigenen Transparenz- und Antikorruptionsbemühungen wie die Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption nicht vernachlässigen."

Parteisponsoring muss endlich klar geregelt werden

Transparency kritisiert die fortgesetzte Geheimhaltung der durch Sponsoring erzielten Einnahmen der Parteien. Der Unterschied zwischen Parteispenden und Parteisponsoring besteht darin, dass bei Parteispenden Gegenleistungen verboten sind, während bei Parteisponsoring gerade adäquate Gegenleistungen erbracht werden müssen. Beispielsweise spielt das Parteisponsoring bei der Finanzierung von Parteitagen eine bedeutende Rolle. Während für Parteispenden inzwischen detaillierte Transparenzregeln gelten, ist dies beim Parteisponsoring nicht der Fall.

Nach einer intensiven Diskussion zu Parteisponsoring Anfang des Jahres 2010 und einer anschließenden Anhörung im Innenausschuss scheint das Thema von den Verantwortlichen zu den Akten gelegt worden zu sein. Zu einer Verschärfung der Transparenzpflichten beim Parteisponsoring ist es bisher nicht gekommen.

Edda Müller, Vorsitzende von Transparency Deutschland: "Seit fast zwei Jahren sitzen die Parteien alle Bemühungen aus, mehr Transparenz in das Parteisponsoring zu bringen. Hier scheint der politische Wettbewerb zwischen den Parteien zu versagen. Daher bitten wir jetzt den Bundespräsidenten seiner im Parteiengesetz definierten Rolle gerecht zu werden und eine Kommission zu berufen, die konkrete Reformvorschläge vorlegt."

Die Einnahmen aus Parteisponsoring verstecken sich in den Rechenschaftsberichten der Parteien unter dem Punkt "Einnahmen aus Veranstaltungen, Vertrieb von Druckschriften und sonstiger mit Einnahmen verbundener Tätigkeit". Die SPD verzeichnete im Jahr 2009 Einnahmen von 18 Mio. Euro unter diesem Gliederungspunkt. Bei der CDU waren es im selben Jahr rd. 14,2 Mio. Euro und bei der CSU rd. 8 Mio. Euro (Drucksache 17/4800).





(Quelle: TI)

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Finanztest: Banken schludern bei Kreditberatung
>Unternehmen verschlafen demographischen Wandel
>adidas im Schwitzkasten: Wo bleiben die Löhne?
>Verletzt DHL Arbeitsrecht außerhalb Europas?
>Integrationspolitik zerschellt am Föderalismus
>Neuer Preis für Zivilcourage und Toleranz
>Arbeitskosten steigen im EU-Schnitt langsamer
>Zwangsarbeit für Modemarken
>Vermögende für Vermögensabgabe
>Agrarpolitik: 60 Milliarden Euro und wo ist der Markt?!
>Amnesty Bericht zur Diskriminierung von Muslims in Europa
>Jedes Jahr sterben 1,4 Millionen Jugendliche
>Betrug beim Lebensmitteleinkauf
>"Normalarbeit" auf Rückzug
>Forum für nachhaltigen Kakao: Alles Greenwashing?
>Für faire Milchpreise
>Amnesty International gewinnt endgültig alle Glock-Verfahren
>Bildungspaket funktioniert nicht
>Junge Erwachsene sind die Verlierer am Arbeitsmarkt
>Abschieben von Kindern
>Todesstrafe gestiegen
>Studie: Leiharbeiter verdienen bis zu 50% weniger
>Kritik an Deutscher Bank hält an
>Chefinnen verdienen 20% weniger
>Petition für faire Arbeit
>Rechtsextreme überfallen Döner-Imbiß: Polizei versagt?
>Umfrage: Zeitarbeit, Armut und Demokratie
>Weltzensurtag und Feinde des Webs
>70 Prozent der Armen weltweit sind Frauen
>Finanzmarkaufsichtsreform
>Breitseite für Facebook
>UN-Trinkwasserbericht
>vzbv mahnt Google ab
>Pendlerpausche soll sozial und ökologisch werden
>Umfrage: 60% der Deutschen wissen was Nachhaltigkeit ist
>Energiepreise für Private galoppieren davon
>Das Ei, der Käfig und die EU
>Armut: 300.000 Menschen können nicht heizen
>Sozialdumping: 20% Minijobs, davon 90% im Niedriglohn
>Keine Kindersoldaten
>Hungerkatastrophe im Südsudan droht
>foodwatch hat Klage gegen Unilever eingereicht
>Pharma: Transparceny fordert transparente Daten
>Studie: 18.000 neue Jobs in der Offshore-Windenergie
>Solarstrom kann Börsepreis Strom bis zu 10% senken
>Ackermann: Versprechen wird nicht eingehalten
>Public Eye Award: Schmähpreise an VALE und BARCLAYS
>Strompreise steigen
>Hungerkrisen und Verteilungskonflikte
>Pflege und Schlechtreform
Anzeige
comdirect

Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"