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SOZIALES

Soziales und Ökologisches zusammenbringen


Berlin (7.11.11): Der erste bundesweiter Kongress für Umweltgerechtigkeit und biologische Vielfalt fand der Tage in Berlin statt. Es geht um die Herstellung "ökologischer Gerechtigkeit".
Umwelt- und Sozialverbände fordern von der Politik, beim Kampf um soziale Chancengleichheit die Herstellung von Umweltgerechtigkeit stärker in den Blick zu nehmen.

Das geht aus einer gemeinsamen Resolution von Umwelt- und Sozialverbänden hervor, die heute anlässlich des ersten bundesweiten Kongresses „Umweltgerechtigkeit und biologische Vielfalt“ in Berlin verabschiedet wird.


Das Treffen von Expertinnen und Experten aus Umwelt- und Sozialverbänden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertreterinnen aus Politik und Wirtschaft wird von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) organisiert.

Neben der DUH beteiligen sich der Deutsche Naturschutzring (DNR), als Dachverband der deutschen Natur- und Umweltschutzverbände, der Naturschutzbund Nordrhein-Westfalen (NABU NRW), der Naturschutzbund-Bundesverband (NABU), der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), das Kompetenznetzwerk Stadtökologie (Conturec) und der Sozialverband Deutschland (SoVD) an dem Kongress.

Hintergrund des zweitägigen Treffens ist die Sorge, dass soziale Randgruppen, Niedrigverdiener und Bewohner sozialer Brennpunkte in Städten immer mehr vom Leben in der Natur und den sich daraus bietenden Bildungs- und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten ausgeschlossen werden.

In ihrer Erklärung „Mehr soziale und ökologische Chancengleichheit: Die soziale Dimension biologischer Vielfalt geht uns alle an!“ machen die beteiligten Organisationen gemeinsam darauf aufmerksam, dass auch in Deutschland umweltbezogene Ungleichheiten existieren.

„Erstmals fordert ein übergreifendes Bündnis aus Umwelt- und Sozialverbänden ökologische und soziale Gerechtigkeit aus einer gemeinsamen Perspektive zu betrachten. Das ist ein gelungener Auftakt zu einer milieuübergreifenden Diskussion und Problembewältigung in Sachen Umweltgerechtigkeit“, so Prof. Harald Kächele Bundesvorsitzender der DUH.

Innerstädtische Parkanlagen und Grünzonen bieten den Menschen viele Vorteile: Feinstaubreduktion, Verbesserung des Mikroklimas, Gelegenheit zur Bewegung im Grünen, Raum für Entspannung, Kommunikation, Sport und Spiel.

„Naturschutz in der Stadt erfüllt eine soziale und eine ökonomische Funktion. Sie geht über den rein ökologischen Nutzen weit hinaus“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Ökosystemleistungen nutzen auch dem Menschen und wirken sich förderlich auf die Gesundheit aus“, betont Herbert Lohner vom BUND.

Studien bescheinigen Menschen mit Zugang zur Natur ein besseres Immunsystem, sie sind körperlich aktiver und entsprechend weniger übergewichtig. Schulkinder, denen Naturflächen zur Verfügung stehen, haben eine bessere Konzentrationsfähigkeit.

Nach Überzeugung der Verbände ist auch das Naturbewusstsein sozial Benachteiligter in der Regel geringer ausgeprägt. Kindern aus finanziell schlechter gestellten Haushalten fehlt so oft von Anfang an die Möglichkeit, einen intensiveren Bezug zur Natur herzustellen und die kostenlosen Lern- und Entwicklungschancen vor ihrer Haustür wahrzunehmen.

„Soziale und gesundheitliche Ungleichheit sind nicht voneinander zu trennen. Eine nachhaltige Stadtentwicklung, die soziale und ökologische Chancengleichheit im Blick hat, muss wohnortnahe Angebote hierzu im direkten Lebensumfeld der Menschen schaffen“, sagt Adolf Bauer, Präsident des SoVD.

In ihrer gemeinsamen Resolution fordern die Verbände, dass naturnahe Freiräume in urbanen Quartieren verstärkt erhalten werden und die biologische Vielfalt als wichtiges Ziel in die Stadtentwicklungspolitik integriert werden muss.




(Quelle: NABU)

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