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SOZIALES

Studie: Pensionsfonds werden nachhaltiger


Berlin (18.10.11): Nachhaltige Geldanlagen werden Mainstream. Mit 56 Prozent verfügt die Mehrheit der betrieblichen Pensionsfonds und Pensionseinrichtungen in Europa über eine nachhaltige Investmentstrategie. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Eurosif.
Weiters plant ein weiteres Viertel der befragten betrieblichen Pensionsfonds, innerhalb des nächsten Jahres Nachhaltigkeitsaspekte in den Investitionsprozess zu integrieren.

Eine große Mehrheit ist darüber hinaus der Auffassung, dass die Integration von Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Gute Unternehmensführung – kurz ESG – in den Investmentprozess die langfristige Performance beeinflusst (60%) und zudem zur treuhänderischen Pflicht der Investoren gehört (66%). Eurosifs Geschäftsführer François Passant erklärt hierzu:


„Solch hohe Prozentwerte für die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in den Anlageprozess europäischer betrieblicher Pensionsfonds oder entsprechende Pläne zeigen deutlich, dass nachhaltige Investments im Begriff sind, zum Mainstream zu werden. Natürlich liegt noch ein langer Weg vor uns. Die Studie hat aber ganz klar aufgezeigt: Die betrieblichen Pensionsfonds nehmen ihre treuhänderischen Pflichten ernst. Die Debatte verschiebt sich damit von der Frage, ob ein Pensionsfonds eine Nachhaltigkeitspolitik verfolgen sollte, hin zu dem Punkt, bei dem die Gestaltung einer geeigneten nachhaltigen Anlagepolitik im Fokus steht.“

Kaum überraschend ist das Ergebnis der Studie, dass ESG-Kriterien vor allem in den Assetklassen Aktien, Anleihen und Real Estate Anwendung finden. Umgekehrt nannten nur sieben Prozent der Befragten in diesem Zusammenhang Rohstoff-Investitionen. In Österreich sind Aktien, in der Schweiz Aktien und Real Estate und in Deutschland Anleihen die beliebtesten Assetklassen.

Auch was das Thema Nachhaltigkeitsstrategien betrifft, ist die Studie aufschlussreich: Europaweit führend sind aktive Stimmrechtsausübung, negative Anlagekriterien und Integration. Aktive Stimmrechtsausübung ist dabei vor allem bei spanischen, niederländischen und britischen betrieblichen Pensionsfonds beliebt, während negative Anlagekriterien besonders häufig in Österreich, Spanien und Schweden zum Einsatz kommen. Engagement findet besonders oft in Österreich, Großbritannien und den Niederlanden Anwendung.

Eurosif hat die Erhebung in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern wie dem Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) durchgeführt. Das FNG hat Beiträge zu Deutschland, Österreich und der Schweiz erstellt. Die Studie basiert auf 169 Antworten aus 12 europäischen Ländern. Eurosif konnte bei dieser ersten umfassenden europaweiten Erhebung zur Frage, inwieweit betriebliche Altersvorsorge-einrichtungen Nachhaltigkeitsaspekte bei ihrer Anlagepolitik berücksichtigen, auf die Unterstützung von DB Advisors und HSBC Global Asset Management zählen.

Damit betriebliche Pensionsfonds überhaupt beginnen, nachhaltige Aspekte in ihre Anlagepolitik zu integrieren, ist der Studie zufolge vor allem zweierlei entscheidend: Zum einen entsprechende Empfehlungen des Vorstandes der Fondsgesellschaft und zum anderen das Vorhandensein einer Nachhaltigkeits-Strategie im Mutterunternehmen. Letzeres bewerteten 85 Prozent der Befragten als bedeutend.




(Quelle: EUSOSIF, FNG)

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