Greenpeace Energy - für die Energiewende geben wir alles - außer klein bei



Anzeige
Montag, 21. Mai 2012 - Eine andere Information ist möglich!
SOZIALES

Verlorenes Jahrzehnt für Arbeitnehmer


Berlin (10.11.11): Die jüngste Berechnung des DIW Berlin zeigt, dass die vergangenen 10 Jahren ein verlorenes Jahrzehnt war für Arbeitnehmer. Wer hat da über seine Verhältnisse gelebt, wohl nicht Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft.
In den vergangenen zehn Jahren reichten die Lohnsteigerungen in Deutschland kaum, um die Teuerung auszugleichen. Längst sind es nicht mehr nur einzelne Gruppen von Arbeitnehmern, die sich mit einer bescheidenen Lohnentwicklung zufrieden geben müssen.

Stagnierende oder sogar rückläufige Reallöhne sind mittlerweile ein weit verbreitetes Phänomen, das Männer und Frauen, Teil- und Vollzeitbeschäftigte, einfache Arbeiten und Akademikerjobs, niedrige und gehobene Gehaltsklassen trifft. Das zeigt eine neue Arbeitsmarktstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die im aktuellen Wochenbericht vorgestellt wird.


Für ihre Untersuchung werteten die Autoren Karl Brenke und Markus M. Grabka neue Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus, analysierten Veränderungen der Beschäftigungsstrukturen und legten den Blick sowohl auf die Stundenlöhne als auch auf die monatlichen Erwerbseinkünfte der Arbeitnehmer. Das

Fazit: Die Beschäftigungsstrukturen haben sich merklich verändert. Vor allem sind die beruflichen Anforderungen an die Arbeitnehmer gewachsen. Aber obwohl qualifizierte Arbeit zugenommen hat – insbesondere solche Jobs, deren Ausübung ein Studium voraussetzt – blieb die Lohnentwicklung schwach. Die gut qualifizierten Arbeitskräfte kamen im Schnitt nicht einmal auf einen Lohnanstieg, der die Teuerung ausgleichen konnte. Verantwortlich für die schwache Lohnentwicklung ist nicht länger das Ausufern des Niedriglohnsektors. Dieser Bereich wächst der Untersuchung zufolge seit 2006 nicht mehr. „Wer nur auf den Niedriglohnsektor schaut, hat einen viel zu engen Blickwinkel – und wird als Arbeitnehmervertreter bei der Lohnpolitik kaum erfolgreich sein“, so Brenke.

Zwischen 2000 und 2005 blieben vor allem die Bezieher geringer Entgelte bei der Lohnentwicklung zurück. Danach entwickelten sich die kaufkraftbereinigten Stundenlöhne auch in den mittleren Lohngruppen nur schwach. Nicht einmal die Höchstverdiener konnten sich von diesem Trend abkoppeln: Brutto kamen sie seit 2005 zwar noch auf leichte Zuwächse, netto wurden diese aber durch den Schwund der Kaufkraft aufgezehrt. Über alle Lohngruppen hinweg sanken die mittleren Bruttostundenlöhne im gesamten Zeitraum von 2000 bis 2010 um durchschnittlich 2,3 Prozent. Da sich bei den Nettolöhnen hingegen die Wirkungen von Steuern und Sozialabgaben bemerkbar machten, gab es hier einen Anstieg von 1,4 Prozent in zehn Jahren.

Nicht viel anders sieht die Lage bei den Monatseinkommen aus, die allerdings auch wegen des Trends zur Teilzeitarbeit gedrückt wurden. Zwischen 2000 und 2010 sanken die durchschnittlichen realen Bruttoerwerbseinkommen der Arbeitnehmer pro Monat bei acht von zehn Gehaltsgruppen. Die Spannbreite des Rückgangs lag dabei zwischen etwa einem und 23 Prozent. Lediglich die beiden obersten Gruppen konnten zwischen 2000 und 2010 reale Einkommenssteigerungen verbuchen. Insgesamt sanken die monatlichen Bruttoerwerbseinkommen im Mittel um 4,2 Prozent.




(Quelle: DIW)

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Finanztest: Banken schludern bei Kreditberatung
>Unternehmen verschlafen demographischen Wandel
>adidas im Schwitzkasten: Wo bleiben die Löhne?
>Verletzt DHL Arbeitsrecht außerhalb Europas?
>Integrationspolitik zerschellt am Föderalismus
>Neuer Preis für Zivilcourage und Toleranz
>Arbeitskosten steigen im EU-Schnitt langsamer
>Zwangsarbeit für Modemarken
>Vermögende für Vermögensabgabe
>Agrarpolitik: 60 Milliarden Euro und wo ist der Markt?!
>Amnesty Bericht zur Diskriminierung von Muslims in Europa
>Jedes Jahr sterben 1,4 Millionen Jugendliche
>Betrug beim Lebensmitteleinkauf
>"Normalarbeit" auf Rückzug
>Forum für nachhaltigen Kakao: Alles Greenwashing?
>Für faire Milchpreise
>Amnesty International gewinnt endgültig alle Glock-Verfahren
>Bildungspaket funktioniert nicht
>Junge Erwachsene sind die Verlierer am Arbeitsmarkt
>Abschieben von Kindern
>Todesstrafe gestiegen
>Studie: Leiharbeiter verdienen bis zu 50% weniger
>Kritik an Deutscher Bank hält an
>Chefinnen verdienen 20% weniger
>Petition für faire Arbeit
>Rechtsextreme überfallen Döner-Imbiß: Polizei versagt?
>Umfrage: Zeitarbeit, Armut und Demokratie
>Weltzensurtag und Feinde des Webs
>70 Prozent der Armen weltweit sind Frauen
>Finanzmarkaufsichtsreform
>Breitseite für Facebook
>UN-Trinkwasserbericht
>vzbv mahnt Google ab
>Pendlerpausche soll sozial und ökologisch werden
>Umfrage: 60% der Deutschen wissen was Nachhaltigkeit ist
>Energiepreise für Private galoppieren davon
>Das Ei, der Käfig und die EU
>Armut: 300.000 Menschen können nicht heizen
>Sozialdumping: 20% Minijobs, davon 90% im Niedriglohn
>Keine Kindersoldaten
>Hungerkatastrophe im Südsudan droht
>foodwatch hat Klage gegen Unilever eingereicht
>Pharma: Transparceny fordert transparente Daten
>Studie: 18.000 neue Jobs in der Offshore-Windenergie
>Solarstrom kann Börsepreis Strom bis zu 10% senken
>Ackermann: Versprechen wird nicht eingehalten
>Public Eye Award: Schmähpreise an VALE und BARCLAYS
>Strompreise steigen
>Hungerkrisen und Verteilungskonflikte
>Pflege und Schlechtreform
Anzeige
comdirect

Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"