Auf Entwicklungsförderung setzt auch die internationale Genossenschaft Oikocredit und zwar mit einer ungewöhnlichen Grundidee: Investoren geben Darlehen an benachteiligte Menschen in armen Regionen und unterstützen so weltweit Entwicklung und Gerechtigkeit. Kurz gesagt: Kredit statt Almosen, Solidarität statt Gewinnmaximierung.
Unter den Anlegern finden sich neben Privatpersonen, die ihr Geld sozial verantwortlich investieren möchten, auch kirchliche Organisationen und Kommunen. Die rund 19.000 deutschen Anleger steuern mehr als 40 Prozent zum gesamten Kreditportfolio (472 Millionen Euro) von Oikocredit International bei.
Mit ihrer Anlage unterstützen sie Entwicklung, schaffen Arbeitsplätze, fördern den Fairen Handel und einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen ohne dabei auf Rendite verzichten zu müssen. Wir können das Kapital der Investoren seit Jahren mit stabilen zwei Prozent verzinsen, so Dr. Florian Grohs, Geschäftsführer von Oikocredit Deutschland. Eine Rendite, die Investmentbanker lange belächelt haben, die jedoch heute durchaus attraktiv ist.
Das Geld der Anleger fließt nicht in komplexe Derivate oder spekulative Termingeschäfte, sondern dorthin, wo es in Entwicklungs- und Schwellenländern dringend benötigt wird: in die Realwirtschaft. Oikocredit stellt Kapital und Kredite für Genossenschaften, kleine und mittlere Unternehmen sowie Mikrofinanzinstitutionen bereit, die wiederum Kredite vergeben an Kleinstunternehmen, die von normalen Banken abgewiesen werden.
Die genossenschaftliche Mitbestimmungsstruktur von Oikocredit garantiert dabei Kontrolle und Transparenz. So führt Oikocredit seit über 35 Jahren erfolgreich vor, dass sozial verantwortliche Investitionen auch wirtschaftlich funktionieren.
Kaffee aus den Maya-Dörfern
Einen Teil unseres Erfolges macht sicher die langfristige Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus, meint Florian Grohs. So bekam etwa die Agrargenossenschaft Chajul in Guatemala schon 1990 den ersten Kredit von umgerechnet 204.000 Euro. Seitdem konnte Chajul ihr Betriebskapital mit zwei weiteren Krediten aufstocken. Die 1.500 Mitglieder der Genossenschaft zumeist Nachkommen der Maya-Ureinwohner produzieren Kaffee und Honig. Ihre Genossenschaft verarbeitet und exportiert den Kaffee, der das Bio- und das Fairtrade-Siegel trägt, unter anderem auch nach Deutschland. Gleichzeitig fördert Chajul aber auch die nachhaltige Entwicklung in den Dörfern der Region: Unsere Mitglieder werden zum Beispiel in Bodenschutz und Biodüngung geschult, erläutert Miguel Tzoy, bei Chajul für Vermarktung zuständig. Das bringt bessere Erträge, höhere Qualität und mehr Einnahmen.
(Quelle: Oikocredit)




