„Die zentrale Frage für die Bevölkerung lautet doch: Wenn es zu einem Reaktorunfall bei einem Atomkraftwerk in meiner Nähe kommt, werde ich dann als Betroffener ausreichend Hilfestellungen durch die staatlichen Stellen bekommen, um das schlimmste von meiner Familie abwenden zu können? Doch genau diese Frage wird bei den AKW-Stresstests derzeit gar nicht gestellt“, erklärt Greenpeace-Atomsprecher Niklas Schinerl, warum die derzeitigen Stresstests keine zusätzliche Sicherheit bringen können.
Die Stresstests untersuchen lediglich technische Probleme, die in den Kernkraftwerken durch Erdbeben oder Überschwemmungen entstehen können. Darüber hinaus beurteilen sie Schwachstellen bei Stromausfällen oder Situationen jeglicher Art, bei denen die Reaktoren nicht länger gekühlt werden können. Zusätzlich wird in einer separaten und geheimen Arbeitsgruppe über eine mögliche Verwundbarkeit durch terroristische Bedrohungen diskutiert.
"Die derzeitigen Stresstests orientieren sich sehr stark an den Unfallursachen und dem Unfallverlauf in Fukushima, beschäftigen sich aber nicht mit der Frage, wie nach einem Unfall mit der Sicherheit der Menschen und der Umwelt umgegangen wird. Und das, obwohl 19 der in Europa betriebenen Reaktoren weniger als 30 Kilometer von Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern entfernt liegen", zeigt sich Schinerl bestürzt.
(Quelle: Greenpeace CEE)




