„Diesem erfreulichen Wachstum, steht eine schlechte Nachricht gegenüber: Noch stärker als bisher fällt die Entwicklung des Bio-Anbaus in Deutschland hinter die Marktentwicklung zurück“, so Alexander Gerber, Geschäftsführer des BÖLW.
Die Anbaufläche von Betrieben, die einem deutschen Bio-Anbauverband angehören, wuchs 2011 nur um 1,5 %. Insgesamt wuchs die Bio-Anbaufläche lediglich um ca. 2,3 % von 990.702 ha im Jahr 2010 auf 1.013.540 ha im Jahr 2011. Auch bei der Anzahl der Bio-Betriebe geht die Wachstumsrate mit 4,8 % weiter zurück: rund 23.000 Betriebe wirtschafteten im Jahr 2011 ökologisch, 1.061 mehr als 2010.
„Wir brauchen jetzt 10.000 neue Bio-Betriebe, um die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot für heimische Bio-Produkte zu schließen“, so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW. Die Ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft schafft neue Arbeitsplätze, verbessert die Wertschöpfung und Lebensqualität im ländlichen Raum, belastet die Umwelt nicht und ist tier- und klimafreundlich – kurz: sie ist die nachhaltigste Form der Lebensmittelproduktion und schafft dabei noch ökonomischen und sozialen Mehrwert. „Es wäre ein Gewinn für unsere Landwirte und die gesamte Gesellschaft, wenn wir diese Leistungen durch eine Ausdehnung des Ökologischen Landbaus in Deutschland nutzen“, betont Löwenstein.
Angesichts dieser Entwicklung sieht der BÖLW, in dem die Verbände der landwirtschaftlichen Erzeuger, der Lebensmittelverarbeiter und der Händler von ökologischen Produkten zusammengeschlossen sind, die Notwendigkeit, der Politik für den Ökolandbau eine neue Dimension zu verleihen.
„Wir fordern einen entschiedenen Politikwechsel, damit der Ökologische Landbau in Deutschland einen Schub erhält“, fordert der BÖLW-Vorsitzende. „Das geht nur, wenn eine Politik beendet wird, die einer industriellen Landwirtschaft sogar noch wirtschaftliche Vorteile verschafft, deren ökologische und soziale Folgekosten der Allgemeinheit aufgebürdet werden.“
(Quelle: BÖLW)




