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WIRTSCHAFT

Altersvorsorge Kirche&Öffentlichkeit: Wenig Nachhaltigkeit


Frankfurt/M. (22.11.11): Wie nachhaltig sind die öffentlich-rechtlichen und kirchlichen Versorgungswerke? Eine aktuelle Studie der Allianz spricht von einem starken Aufholbedarf. Staat und Kirche predigen mal wieder Wasser, trinken aber Wein.
Eine aktuelle von Allianz Global Investors vorgelegte Studie zeigt, dass lediglich rund 60% der berufsständischen Versorgungswerke und der (Zusatz-)Versorgungskassen für den öffentlichen und kirchlichen Dienst in ihrer Anlagestrategie zumindest ausgewählte Nachhaltigkeitsaspekte, sprich Umweltschutz, einbeziehen.

Und das Ergebnis der Studie ist ernüchternd: Keiner der befragten Beamtenpensionsfonds bzw. Versorgungsrücklagen des Bundes und der Länder berücksichtigen Kriterien der Nachhaltigkeit. Damit werde der Staat nicht seiner Vorbildfunktion gerecht, folgert der Autor der Studie, Dr. Axel Hesse von der Investment-Beratung SD-M®.


Aktuell muss man sich fragen, was der Staat - und auch die Kirchen, siehe hier die Beispiele Dienstwagen und nachhaltige Beschaffung wie auf Glocalist berichtet > bit.ly/urZ5AZ ) - eigentlich noch in Sachen Glaubwürdigkeit und Umsetzungskompetenz gebacken bekommt. Wieder wird es mal heißen: Upps, oje, oje, Panne, Panne, Panne.

„In anderen europäischen Ländern erfahren nachhaltige Investments deutlich größeren Zuspruch, häufig waren dort wie beispielsweise in Frankreich oder in Skandinavien öffentlich-rechtliche Altersversorgungseinrichtungen Vorreiter. In Deutschland wird die Bedeutung des Themas zwar gesehen, findet aber nur bedingt Eingang in die entsprechenden Investmentrichtlinien“, kommentiert James D. Dilworth, CEO von Allianz Global Investors in Deutschland.

Von einer systematischen Beachtung von Nachhaltigkeitsaspekten sind die untersuchten Versorgungseinrichtungen, mit einem Anteil nachhaltig angelegter Vermögenswerte im einstelligen Prozentbereich, noch weit entfernt. Lediglich bei Anlagen in Immobilien, Beteiligungen oder Aktienfonds hat die Untersuchung eine nennenswerte Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien festgestellt. Anlagen in für institutionelle Anleger wichtigen Rentenanlagen werden fast gänzlich ohne die Integration von Nachhaltigkeitskriterien getätigt.

Ökologie wichtigstes Definitionskriterium

Bei den Kriterien, nach denen nachhaltige Investments bei den Befragten definiert werden, dominieren derzeit ökologische (43% bei Zusatz-Versorgungskassen bzw. 33% bei berufsständischen Versorgungswerken) vor ökonomischen (je 33%) und sozialen (19% bzw. 17%) Aspekten.

Die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in den Investmentprozess erfolgt am häufigsten über die Orientierung an Nachhaltigkeitsthemen wie beispielsweise Klimaschutz, Best-in-Class-Ansätzen, Negativ- bzw. Ausschlusskriterien oder Engagement im Sinne eines aktiven Dialoges mit investierten Unternehmen. Die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in konventionelle Investmentprozesse, der Erhalt eines möglichst breiten Anlagespektrums und die Orientierung an Mindeststandards für renditeorientierte nachhaltige Investments wie den „SD-KPI Standard 2010-2014„ sind nach der Untersuchung aus Investorensicht besonders wichtig für eine Gesamtmarktdurchdringung.

„Noch immer werden Nachhaltigkeit und Rendite als Gegensatz gesehen, obwohl es immer mehr Hinweise darauf gibt, dass sich nachhaltige Anlagen positiv auf das Risiko-Rendite-Profil eines Portfolios auswirken“, sagt Dilworth.





(Quelle: AGI)

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