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Dienstag, 22. Mai 2012 - Eine andere Information ist möglich!
WIRTSCHAFT

Debakel und Etikettenschwindel in der Öko-Mode Branche


Berlin (30.7.10): Was sich schon seit geraumer Zeit abzeichnet - wie auf Glocalist regelmäßig berichtet- erhärtet sich nun durch einen aktuellen Testbericht der "Stiftung Warentest": Es dominiert die Konsumententäuschung.
Wie schon mehrfach auf Glocalist kritisch hinterfragend berichtet (s.h. Linkliste zu Berichten auf Glocalist am Beitragsende) hat nun im aktuellen Testbericht vom Monat August der Stiftung Warentest weitere Bestätigung erfahren. Der Verbraucherdachverband vzbv in Berlin spricht von Etikettenschwindel und fordert harte gesetzliche Maßnahmen.

Eine gesetzliche Informationspflicht von Unternehmen zu den Umwelt- und Sozialstandards ihrer Produkte fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Denn viele Firmen im Textilhandel versprechen ihren Kunden mehr Umwelt- und Sozialverantwortung als sie einhalten.


"Die Politik muss dafür sorgen, dass dieser Etikettenschwindel ein Ende hat", fordert Vorstand Gerd Billen. Dafür sei ein entsprechender Auskunftsanspruch im Verbraucherinformationsgesetz (VIG) zu verankern. Darüber hinaus fordert der vzbv verbindliche Umwelt- und Sozialstandards für Baumwolle, die regelmäßig von unabhängiger Seite kontrolliert werden.

Untersuchung der Stiftung Warentest

In der Untersuchung der Stiftung Warentest hatten besonders enttäuschend Hersteller von T-Shirts aus Bio-Baumwolle abgeschnitten. Gesamt wurden 20 Hersteller befragt. Der Skandal: Viele Hersteller haben den Testern von Stiftung Warentest den Zugang und die Informationen verweigert. Sie konnten nicht nachweisen, ob die Baumwolle tatsächlich biologisch hergestellt wurde. "Wer Bio auf ein Produkt schreibt, muss auch in der Lage sein, die Herkunft und Qualität nachzuweisen. Im Lebensmittelhandel wäre es den Unternehmen längst untersagt, ihre Ware weiter als biologisch auszuloben", kritisiert Billen. Es dürfte wohl eine Abmahnwelle der nächste Schritt sein, darf man vermuten.

Verweigerungshaltung von Unternehmen

Als völlig inakzeptabel kritisiert der vzbv das Verhalten einiger Textilketten und Anbieter, die jegliche Auskunft gegenüber der Stiftung Warentest verweigerten. "Wer bei seinen Kunden mit Umwelt- und Sozialfreundlichkeit punkten will, der muss sich auch von unabhängigen Testern in die Karten gucken lassen", so Billen.

armedangels, OTTO, H&M in der Kritik

Die Stiftung Warentest schreibt: "Mexx, NKD und zero verweigerten die Auskunft, genau wie H&M – was erstaunt, zumal H&M seit Jahren an einem grünen Image feilt. (...) Oft können Fabrikarbeiter ihre Lebenskosten mit ihrem Lohn kaum decken, wie die Prüfung der Unterlagen und Gespräche vor Ort ergaben.

Anbieter Otto konnte dagegen nicht nachweisen, dass sein T-Shirt tatsächlich aus Bio-Baumwolle besteht – und das, obwohl für jede Stufe vom Anbau bis zum Händler Zertifikate vorliegen müssten. Auch bei den Bio-Baumwoll-T-Shirts von armedangels, panda und trigema wissen die Tester nicht, ob beim Anbau Biokriterien eingehalten wurden."

Nur ein Anbieter schnitt positiv ab: Der Pionier in Sachen Öko-Mode Hess Natur.

Kritische Berichte zu Öko-Mode und Nachhaltigkeit auf Glocalist:

- Grüner Mode-Award mit Fragezeichen > bit.ly/dyqtVZ

- Betrug bei Bio-Zertifizierung von Baumwolle? > bit.ly/7oPAi9

- Bio-Baumwoll Schwindel > bit.ly/aklz2L

- Südwind-Studie zu "fairer Mode" > bit.ly/5bHlgu

- Textilien aus "Biobambus" > bit.ly/9tlDEP

- Outdoor-Mode nicht sozial gerecht > bit.ly/bdibv5

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