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Dienstag, 22. Mai 2012 - Eine andere Information ist möglich!
WIRTSCHAFT

Deutschland exportiert Strom


Münster (13.2.12): Frankreich steht mit seinen Atommeilern fast täglich vorm Black-out und Deutschland exportiert Strom.
Also, keine Stromlücke, die da stets mantramäßig mit panischen Unterton wiederholt wird aus konservativen Kreisen, die die Energiewende am meisten fürchten dürften, denn längst führen sie keine argumentative Auseinandersetzung mehr, sondern einen ideologischen Kampf und es scheint um Aufrechterhaltung von Pfründen und Machtstrukturen zu gehen.

In einer aktuellen Erhebung führt das iwr aus Münster klar aus, dass es keine Stromlücke gibt, sondern im Gegenteil Deutschland Strom exportiere.


Trotz der eisigen Kälte und der vermeintlichen Stromknappheit wegen der angezapften Kaltreserve hat Deutschland in den vergangenen Tagen zu jeder Stunde Strom ins Ausland exportiert. Das ergab eine Auswertung von Daten der europäischen Stromnetzbetreiber, teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster mit. „In der Zeit zwischen dem 7. und dem 10.2.2012 war Deutschland jederzeit Netto-Stromexporteur“, sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch in Münster. Frankreich war dagegen in dem untersuchten Zeitraum die gesamte Zeit über auf Stromhilfe und Importe aus seinen Nachbarländern angewiesen, so Allnoch.

Deutschland exportiert permanent Strom

Deutschland hat in dem Untersuchungszeitraum 7.-10.2.2012 zu jeder Stunde mehr Strom exportiert als importiert. Die Stromnachfrage erreichte in diesem Zeitraum in Deutschland im Mittel 49.400 Megawatt (MW).

In dieser Zeit wird die Kaltreserve aktiviert, was in den Medien etliche Diskussionen über eine vermeintliche Stromknappheit in Deutschland ausgelöst hat. Der Höchstbedarf an Strom wird in Deutschland am 08.02.2012 zwischen 18 und 19 Uhr mit 57.023 MW erreicht.

Selbst zu dieser Zeit mit hoher Nachfrage konnte Deutschland an seine Nachbarstaaten noch erhebliche Mengen an Strom exportieren, u.a. in die Schweiz (1.603 MW), Frankreich (761 MW), Polen (1.034 MW) und Österreich (614 MW). Insgesamt erreicht der Stromexport in dieser Höchstlaststunde per saldo rd. 2.900 MW. Das entspricht der Leistung von fast drei Kernkraftwerken. Die Gesamtleistung aller Stromerzeugungs-Kapazitäten in Deutschland beträgt auch nach der bisherigen Abschaltung von Atomkraftwerken noch rd. 160.000 MW. Wind- und Solaranlagen zusammengenommen haben in dem genannten Zeitraum jederzeit zur Stromerzeugung in Deutschland beigetragen, in der Spitze wurde Strom aus Wind und Sonne mit einer Leistung von über 11.000 MW geliefert.

Frankreich in Not: Strombedarf steigt auf über 100.000 MW

Wegen der kalten Witterung ist die Nachfrage nach Strom in Frankreich auf ein neues Rekordniveau gestiegen. In Frankreich wird vielfach mit Strom geheizt, die Häuser sind zudem oft schlecht isoliert. Der Leistungsbedarf ist in dem Untersuchungszeitraum fast doppelt so hoch wie in Deutschland. Im Zeitraum zwischen dem 7. und dem 10.2.2012 ist Frankreich auf die Stromhilfe aller seiner Nachbarländer angewiesen und muss trotz der hohen Zahl an Atomkraftwerken in jeder Stunde Strom importieren.




(Quelle: iwr)

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