Johannes Teyssen will E.ON zum grünen Energiekonzern umbauen und legt umfassende Investitionspläne für die deutsche und europäische Energiewende vor.
Erstes konkretes Projekt in Deutschland: E.ON baut für rund 1 Milliarde Euro den Hochsee-Windpark Amrumbank West. 80 Turbinen von Siemens mit einer Gesamtleistung von 288 Megawatt werden ab 2015 grünen Strom für rund 300.000 Haushalte liefern. Als späterer Betriebs- und Servicestützpunkt für den Offshore-Windpark ist wegen seiner günstigen Lage Helgoland vorgesehen.
Vor der englischen Küste entsteht im selben Zeitraum für rund 850 Millionen Euro der 219 Megawatt starke Windpark Humber Gateway, der ebenfalls ab 2015 sauberen Strom versorgen wird. In der Ostsee südlich von Schweden errichtet E.ON bis 2013 den Windpark Kårehamn, 48 Megawatt stark, mit einem Investitionsvolumen von 120 Millionen Euro. Bei beiden Projekten kommen die neuen Vestas V112 Turbinen mit je drei Megawatt zum Einsatz.
E.ON hat in den vergangenen Jahren bereits rund 2 Milliarden Euro für Offshore-Windparks investiert und hat, teilweise zusammen mit Partnern, schon 6 Parks in Nord- und Ostsee errichtet. Gegenwärtig errichtet E.ON in der britischen Themse-Mündung gemeinsam mit Partnern London Array, den größten Offshore-Windpark der Welt.
Derweil hat die ver.di einen alternativen Plan vorgelegt, um den massiven Stellenabbau zu verhindern. Dieser Plan setzt ebenfalls massiv auf die erneuerbare Energie.
Voraussetzung für ein solches zukunftsfähiges Programm ist die Nutzung und die Weiterentwicklung des im E.ON-Konzern vorhandenen Fach- und Erfahrungswissens, führt ver.di aus. "Das Know-how der Beschäftigten ist für unser Alternativszenario wesentliche Geschäftsgrundlage", betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott.
"Genau dieses Know-how droht jedoch durch das Kostensenkungsprogramm E.ON 2.0 verloren zu gehen. Dem haben wir ein wirtschaftliches Programm entgegengesetzt, das Gewinnperspektiven für den Konzern bedeutet und Arbeitsplätze der Beschäftigten sichern kann."
Das Alternativszenario wurde mit Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung entwickelt. Darin werden die Möglichkeiten des E.ON-Konzerns in seiner gesamten Wertschöpfungskette der Energiewirtschaft, angefangen bei der Erzeugung, über den Handel, die Verteilung und den Vertrieb bis hin zur Endkundenbetreuung aufgezeigt und Wege entwickelt, wie sich der Konzern infolge der Energiewende neu entstehenden Geschäftsfeldern engagieren kann.
Es wird sich zeigen, ob E.ON wirklich die Wende zur Nachhaltigkeit verstanden hat, denn ein Sozialabbau ist mit dem Ansatz der Nachhaltigkeit nicht vereinbar und nur eine Konzentration auf den technisch-ökonomischen Aspekt wird daher nicht zu einem Erfolg führen.
(Quellen: E.ON, ver.di)




