„Die Summe von 94,5 Milliarden Euro nachhaltig angelegter Gelder bietet allen Anlass zur Freude“, kommentierte der FNG-Vorstandsvorsitzende Volker Weber die neuen Zahlen. „Jedoch wissen wir, dass wir uns damit keinesfalls zufrieden geben dürfen. Das Ziel einer nachhaltig ausgerichteten Wirtschaft erfordert es, dieses Wachstum weiter voranzutreiben und gleichzeitig weitere qualitative Impulse zu setzen“, führte der Betriebswirt und Nachhaltigkeitsexperte aus.
2010 haben die Publikumsfonds, Mandate und sonstigen Finanzprodukte in Deutschland und der Schweiz jeweils um 23 Prozent zugelegt. In Österreich waren Zuwächse von 17 Prozent zu verzeichnen. Nach wie vor kommt das Gros des nachhaltigen Anlagevolumens in diesem Segment mit insgesamt 33,6 Milliarden Euro aus der Schweiz, gefolgt von Deutschland mit 15,9 und Österreich mit 2,4 Milliarden Euro.
Dieses Bild verändert sich etwas, wenn Kunden- und Eigenanlagen von Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus hinzugenommen werden, die das FNG in dieser Form erstmals erfasst hat. Von den 40,3 Milliarden Euro nachhaltigen Geldanlagen aus diesem Bereich entfallen allein 97 Prozent auf Deutschland. Hinzukommen außerdem 1,1 Milliarden Euro von nachhaltigen geschlossenen Fonds, die das FNG ebenfalls erstmals untersucht hat – jedoch in der Schweiz nur testweise und in Österreich zunächst qualitativ. Außerdem konnten unter Zuhilfenahme einer externen Studie nachhaltige Zertifikate mit einem Absatzvolumen von 1,2 Milliarden Euro identifiziert werden.
„Vor allem mit Blick auf den nachhaltigen Anlagemarkt in Deutschland war es wichtig, auch die Kundeneinlagen sowie die nachhaltigen geschlossenen Fonds gezielt zu erfassen“, fasste FNG-Geschäftsführerin Claudia Tober mit Blick auf die Neuerungen im diesjährigen Marktbericht zusammen. „Auf diese Weise ist es gelungen, neben dem Volumen auch die Vielfalt und den Facettenreichtum des Marktes besser sichtbar zu machen. Die Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus und die nachhaltigen geschlossenen Fonds sind sehr bedeutende Marktsegmente“, ergänzte die Finanz- und Nachhaltigkeitsexpertin. „Im Bereich der geschlossenen Fonds in Deutschland beispielsweise beträgt der Nachhaltigkeitsanteil am gesamten Marktvolumen 17 Prozent.“
Wie bereits in den Studien der Vorjahre bietet der diesjährige Marktbericht vor allem für das Segment der Publikumsfonds, Mandate und sonstigen Finanzprodukte wichtige Detailinformationen, beispielsweise zu den nachhaltigen Anlagestrategien. Hier waren 2010 über alle drei Länder hinweg betrachtet negative Anlagekriterien, also beispielsweise der Ausschluss von Investitionen in Rüstung oder Atomkraft, am bedeutendsten. Der Best-In-Class-Ansatz hat sich als die zweitwichtigste nachhaltige Anlagestrategie erwiesen
Während in Deutschland und Österreich bei den Publikumsfonds, Mandaten und sonstigen Finanzprodukten die institutionellen Investoren mit 77 und 74 Prozent von großer Bedeutung sind, haben im schweizerischen Markt die privaten Anleger mit einem Anteil von 57 Prozent die Nase vorn.
(Quelle: FNG)




