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WIRTSCHAFT

PUMA legt ökologische Gewinn- und Verlustrechnung vor


München (21.11.11.): PUMA legte der Tage die weltweit erste ökologisch ausgerichtete Gewinn- und Verlustrechnung vor. Gesamt 145 Millionen Euro Verlust, wobei rund 137 Millionen Euro durch die Supply-Chain erzeugt werden. Und, wie geht es nun weiter? Jetzt ist eigentlich der Gesetzgeber gefordert.
Die besagten 137 Millionen Euro entfallen auf die Beschaffungskette. Diese Kosten, die keine Auswirkungen auf PUMAs Konzerngewinn haben, dienen dem Unternehmen aber als Maßstab und Ausgangspunkt zur Verminderung des ökologischen Fußabdrucks im Kerngeschäft sowie auch auf allen Stufen der Beschaffungskette.

Und PUMA führt grundsätzlich aus: "Ein zukunftssicherer Ansatz für nachhaltiges Wirtschaften sollte die unverzichtbaren Vorteile berücksichtigen, die ein gesundes Ökosystem bringt, und die Grenzen der Natur respektieren. Damit die Leistungen der Natur in wirtschaftliche Überlegungen mit einbezogen werden können, muss ihnen in einem ersten Schritt ein monetärer Wert zugeordnet werden."


Viele Fragen blieben aber weiterhin offen, so der Global Nature Fund. Er fordert eine Verpflichtung zur Berichterstattung über Umweltauswirkungen von Unternehmen grundsätzlich.

Mit 94 Millionen Euro wurden die Umweltauswirkungen durch Wasserverbrauch und Treibhausgase von PUMA im Mai 2011 beziffert. Das ist bereits die Hälfte des Profits des Unternehmens. Nach der Einbeziehung der drei neuen Umweltvariablen steigen die Kosten auf 145 Millionen Euro an. Wie bei den ersten Aspekten fallen auch bei Landnutzung, Abfall und Luftverschmutzung die Hauptkosten auf den untersten drei Produktionsstufen, insbesondere bei der Herstellung von Rohmaterialien an. Auf diese Stufen hat PUMA nach eigenen Angaben am wenigsten Einfluss, da die Produktion fast komplett ausgelagert wurde.

"PUMA hat einen guten ersten Schritt gemacht und sagt offen, dass die Ergebnisse weiter verfeinert werden müssen. Insbesondere ist PUMAs Rechnung aber begrüßenswert, weil die Umwelteinwirkungen gemessen werden, die monetäre Bewertung sollte nur das Sahnehäubchen sein.", sagt Tobias Hartmann, Projektmanager bei der Umweltstiftung Global Nature Fund.

Die große Frage lautet nun: Was nun?

PUMA hat sich als Pionier der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung positioniert. Doch was macht das Unternehmen nun mit den Ergebnissen? Puma kann die Ergebnisse zur weiteren Reduzierung der Umweltauswirkungen in der Produktion und Beschaffung nutzen. Ein nächster Schritt könnte die Berechnung der Umweltkosten einzelner Produkte sein. Wenn diese Kosten zumindest teilweise an die Kunden weitergegeben werden, bewirkt dies eine Änderung im Konsumverhalten, aber würde auch das einzelne Unternehmen auf den Markt benachteiligen, da der Markt eben diese Kosten nicht internalisiert hat.

"Eine Internalisierung der Kosten oder einen vollständigen Ausgleich der Umweltschäden wird es kaum geben. Kein Unternehmen wird hierbei einen Alleingang wagen", glaubt Tobias Hartmann.

Der Global Nature Fund fordert die Einführung einer verpflichtenden ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung für wesentliche Umweltaspekte wie Landverbrauch, Wasser oder CO2. Wenn diese Forderung sich realisiert, kann PUMA jedenfalls entspannt dem entgegen sehen, denn diese Aufgabe hat PUMA bereits sich gestellt. Es zeigt deutlich, die Grenzen der Freiwilligkeit und PUMA hat gemacht, was eben möglich war bzw. ist. Sicher, man kann da und dort Berechnungen verbessern, Methoden verfeinern und ähnliches mehr. Aber dies sind keine grundsätzlichen Einwände mehr. Jetzt geht es wohl darum, einen neuen gesellschaftlichen Rahmen zu finden, der künftig ökologische Kosten in die GuV internalisiert und dies geht nur über entsprechende finanzpolitische Gesetze und Vorschriften. Und hier hat sich PUMA ohne Zweifel einen strategischen Wissensvorsprung verschafft.




(Quellen: PUMA, GNF, GM)



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