Die Strompreise steigen dadurch nach Angaben der Prognos AG um knapp zwei Prozent. Dies ist das zentrale Ergebnis eines gemeinsam mit der Prognos AG in Berlin vorgestellten Kurzgutachtens.
"Die Energiewende kostet Geld, vor allem in der Anschubphase. Die mit dem weiteren Ausbau der Solarenergie verbundenen Investitionen steigen jedoch kaum noch und zahlen sich aus", sagte Körnig.
Die Prognos AG hat auch die möglichen Auswirkungen einer festen Mengenbegrenzung, also Deckelung, auf die Stromtarife untersucht, die derzeit politisch diskutiert wird. Ergebnis: Die Einsparung bis 2016 würde gerade ein Prozent am Verbraucherstromtarif ausmachen. Dem stehen drastische Verluste bei Arbeitsplätzen, Anlageinvestitionen, Branchenumsatz, Technologievorsprung und Steuereinnahmen gegenüber, so Frank Peter, Projektleiter Energiewirtschaft bei der Prognos AG.
Bis 2020 will die Solarbranche ihren Anteil am deutschen Stromverbrauch auf über zehn Prozent steigern und wettbewerbsfähig werden.
Der steigende Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromproduktion dämpft weiterhin den Preis an der Strombörse, so die Einschätzung der Agentur für Erneuerbare Energie. Im vergangenen Halbjahr ist der Großhandelspreis für die Kilowattstunde Strom kontinuierlich gesunken und hat mittlerweile wieder einen Stand wie vor dem Atommoratorium im Frühjahr 2011. „Der Blick auf die Zahlen entkräftet das Argument, die Erneuerbaren Energien sowie deren Vergütung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz gefährdeten den Industriestandort Deutschland“, sagt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.
Der Strompreis für Industrie- und Gewerbekunden ist im zweiten Halbjahr 2011 kontinuierlich gesunken. Das geht aus dem Strompreisindex des Verbandes der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hervor. „An dieser Entwicklung haben die Erneuerbaren Energien einen wichtigen Anteil“, betont Vohrer und verweist darauf, dass Strom aus Erneuerbaren Energien durch den sogenannten Merit-Order-Effekt bereits im Jahr 2010 zu einer Absenkung des Börsenstrompreises um gut 0,5 Cent je Kilowattstunde geführt hatte.
Erneuerbare Energien dämpfen die Börsenstrompreise
„Von dieser Preisdämpfung an der Börse profitieren in erster Linie Industriekunden, die ihren Strom direkt an der Börse einkaufen und gleichzeitig von der besonderen Ausgleichsregelung profitieren“, erklärt Vohrer. Die besondere Ausgleichsregelung im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) macht es energieintensiven Unternehmen möglich, sich von großen Teilen der EEG-Umlage zu befreien. Dadurch sind im Jahr 2010 energieintensive Unternehmen um 1,5 Milliarden Euro entlastet worden. Durch die EEG-Novelle haben seit Anfang dieses Monats noch mehr Unternehmen die Möglichkeit, sich befreien zu lassen. „Die Kosten der EEG-Förderung müssen dadurch zunehmend Mittelstand und Privathaushalte allein tragen“, erklärt Vohrer.
(Quellen: BSW, Agentur für Erneuerbare Energie)




