Mehr als 2.200 Personen und Projekte wurden in den Sommermonaten für den Deutschen Engagementpreis nominiert. Eine elfköpfige Jury ermittelte die Preisträger in vier Kategorien. Außerdem konnten die Bürger online über den Gewinner des Publikumspreises abstimmen. 38.000 Stimmen wurden insgesamt für 20 Shortlist-Projekte abgegeben, was nun nicht viel ist, aber es war die erste Abstimmung, die erste Preisvergabe und man darf für die Zukunft wohl auf eine zusätzliche Null hoffen.
Der Deutsche Engagementpreis wird von nun an jährlich vergeben und soll die Anerkennungskultur für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland nachhaltig ausbauen.
Die Preisträger in Stichworten
ArbeiterKind.de kümmert sich um Schulabgänger aus nichtakademischen Familien. Sie studieren seltener als Kinder akademischer Eltern. Einer von vielen Gründen dafür ist das Informationsdefizit. Hier schafft ArbeiterKind.de Abhilfe. Auf dem Internetportal und im Gespräch mit 1.200 Mentoren bekommen Jugendliche Informationen zu Fragen rund um das Studium.
In der Kategorie “Einzelperson” erhält Günter Bechtold den Deutschen Engagementpreis. 2003 hat er als Trainer des SC Neuburgweier das Projekt “Fußball baut Brücken” gegründet. Seine jugendlichen Kicker trainieren gemeinsam mit behinderten Schülern der Ludwig Guttmann Schule Karlsbad.
Die “Grünen Damen und Herren” der Evangelischen Krankenhaus-Hilfe e.V. (EKH) erhalten die Auszeichnung in der Kategorie “Dritter Sektor”. Die Grünen Damen besuchen ältere, kranke und behinderte Menschen. Sie nehmen sich Zeit für Gespräche, erledigen kleinere Besorgungen oder Hilfeleistungen. Der 1969 gegründete Besuchsdienst hat sich mittlerweile in ganz Deutschland etabliert. Mehr als 10.000 Grüne Damen und etwa 70 Grüne Herren besuchen bundesweit ungefähr 450 Krankenhäuser und 260 Altenheime.
Der Deutsche Engagementpreis in der Kategorie “Politik & Verwaltung” geht an die Bürgerkommune Nürtingen. Knapp die Hälfte der Nürtinger Bevölkerung engagiert sich in der 1991 gegründeten Bürgerkommune der Stadt. Mittlerweile sind rund 80 ausgebildete Bürgermentoren als Brückenbauer für unterschiedliche Projekte im Einsatz. Sie leiten unter anderem die 15 Beteiligungsforen: Bürger, Gemeinderäte und Verwaltungsmitarbeiter arbeiten zusammen, organisieren Projekte, bereiten Anträge für den Gemeinderat vor. Zudem fördert die Kommune freiwilliges Engagement durch ein Bonussystem und Weiterbildungen.
Rund 13.000 Stimmen erhielt das Gewinnerprojekt im Rennen um den “Publikumspreis”. Die SOZIALHELDEN sensibilisieren vor allem junge Menschen für gesellschaftliche Probleme. Ihr Erfolgsrezept sind kreative Aktionen: Sie haben den “SuperZivi” gecastet, die Wanderausstellung “Barrierefrei?” initiiert und bei dem Projekt “Pfandtastisch helfen!” Pfandflaschen-Bons gesammelt und mit dem Erlös Mahlzeiten für Bedürftige finanziert. Initiator Raul Krauthausen fasst den SOZIALHELDEN-Gedanken zusammen: "Wir glauben: Wer etwas verändern will, braucht keinen roten Umhang und auch keine Superkräfte. Engagement, Überzeugung und Mut reichen voll und ganz."





