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Dienstag, 22. Mai 2012 - Eine andere Information ist möglich!
SOZIALES

 

Social Business neu gedacht: BÜRGERwirken


Schwerte (23.10.09): Die "Rettung" für zahllose kleine NGOs naht aus dem Lande. Mit seinem neuen Spendenportal BÜRGERwirken will Jochen Holtrup konkret, demokratisch und kostenlos das lokale Engagement vor Ort unterstützen. Das Neue: Social Business als Franchisesystem.
BÜRGERwirken (>> www.buergerwirken.de ) versteht sich als "....Online-Plattform, die Städte, Bürger und Unternehmen zur Finanzierung und Unterstützung sozialer, ökologischer und kultureller Projekte zusammenführen und Raum für Information, Kommunikation und Kooperation schaffen will.", so BÜRGERwirken in seiner aktuellen Pressemitteilung. Es ist aber ein wenig mehr als nur dies: Diese Plattform verknüpft den Ansatz von Social Business mit der Mechanik von Franchisenahme und stellt damit eine völlig neuartige win-win Situation dar.

Die Grundidee


Der engagierte Sozialunternehmer Jochen Holtrup und sein Team haben mit der Stadt Schwerte ihren ersten Partner zur Unterstützung lokalen bürgerschaftlichen Engagements gefunden. Besucher der Seite und registrierte Benutzer (Bürger) entscheiden mit einem kostenlosen Klick (Stimmabgabe) in welchem Verhältnis die Zuwendung eines Förderers an zwei Projekte verteilt werden soll.

Die Projekte führen einen Monat lang ein gemeinsames Blog auf Bürgerwirken und berichten abwechselnd über ihre Arbeit und ihr „Wirken“. Die Bürger können sich eine fundierte Meinung über die Projekte bilden, indem sie interaktiv, per Kommentar und Fragen, direkt mit den Projekten in Dialog treten. Um abzustimmen, müssen Besucher sich lediglich kostenlos mit ihrer E-Mail-Adresse als „Bürger“ registrieren.

Ein großes Potenzial liegt darin, dass die Bürger noch freiwillig die Zuwendung des Förderers erhöhen. Am Ende der Challenge hat dann demokratisch „die Weisheit der Vielen“ entschieden, da das Geld nach der prozentualen Stimmverteilung zwischen den Projekten verteilt wird. Die Kosten des Portals werden durch eine erfolgsabhängige Nutzungsgebühr vom Förderer getragen, die von der Zuwendung zu 100% getrennt ist.

Der Sozialunternehmer Holtrup ist überzeugt davon, dass althergebrachte Konzepte, wie die „Spende zu Weihnachten“, entstaubt und das „Mitmischen“ besonders der jungen Generation näher gebracht werden muss. „In Zeiten des Sozialabbaus wird es immer wichtiger, die tolle Arbeit von gemeinnützigen ökosozialen und kulturellen Projekten mit neuem Denken und Handeln zu unterstützen"

Erster Erfolg: Kunterbunt und Welttheater

Bei Dr. Trespenberg von der Sparkasse Schwerte stieß Holtrup sofort auf offene Ohren: „Als Geldinstitut hatten wir natürlich schon von Muhammad Yunus und seinen erfolgreichen Microcredit-Projekten in Bangladesh gehört.“, so Trespenberg. „ Und als Herr Holtrup mir von BÜRGERwirken erzählte, waren wir sofort sehr interessiert. Für uns als Unternehmen ist es natürlich noch Neuland, doch die Idee einer „Spendenpartnerschaft“ und einem gemeinsamen Dialog mit den Bürgern von Schwerte und der Stadt hat uns überzeugt.“

Auch die Projekte der ersten "Challenge" freuen sich und berichten positives: Kunterbunt und Welttheater der Strasse.

„Normalerweise haben wir nicht den Platz und den Raum in der Öffentlichkeit, um auf die Hintergründe unserer Arbeit einzugehen. Mit dem Zentrum Rattenloch hatten wir es teilweise nicht einfach bei den Schwerter Bürgern, Verständnis für unsere Jugendarbeit zu erhalten. Nun wird uns einen Monat lang eine Bühne geboten, um von uns zu berichten und einige Vorurteile abzubauen. Das ist schon fast mehr wert, als unser Anteil, den wir von der Spende der Sparkasse erhalten werden.“, sagt Michael Ferdinand vom Verein Kunterbunt e. V.

Auch das zweite Projekt ist angetan. Gabriele Harms vom Förderverein Welttheater der Strasse: „ Wir hatten einfach Lust darauf in der Öffentlichkeitsarbeit mal etwas ganz Neues zu machen, andere Wege zu gehen und mit dem Internet ein neues Medium auszuprobieren.“

Roll out: Social Business verknüpft mit Franchisesystem

Holtrup möchte das Projekt bei einem erfolgreichen Verlauf in Schwerte bald auch in andere Städte tragen und hat schon die nächste Idee, indem er und sein Team Bürgerwirken gerade zu einem „System“ weiter entwickeln. Holtrup: „Was wir vorhaben ist, dass wir das weltweit erste „Social Business System“, in etwas analog einem Franchise System, anbieten werden. Zur Zeit wird ein „proof of concept“ mit einem ersten Systempartner in Berlin vorbereitet und es werden Gespräche mit Hans Reitz vom Grameen Creative Lab für eine Zusammenarbeit geführt.

Was jetzt noch fehlt sind klare Governanceregeln und Auswahlverfahren, wer überhaupt in eine Challenge gesetzt wird. Aber da darf man sicher auch neue Lösungsansätze von Holtrup erwarten.

Web >> www.buergerwirken.de


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