Forschung

China schockiert die Welt mit „bahnbrechendem Superstahl“, um das erste kommerzielle Kernfusionskraftwerk zu bauen, und Experten sind sprachlos

Leon Schneider Von Leon Schneider
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China schockiert die Welt mit „bahnbrechendem Superstahl“, um das erste kommerzielle Kernfusionskraftwerk zu bauen, und Experten sind sprachlos
Illustration von der Entwicklung des CHSN01-Stahls für Fusionsreaktoren.
KURZ GESAGT
  • Die Entwicklung des CHSN01-Stahls ermöglicht die Nutzung in extremen Bedingungen von Fusionsreaktoren.
  • Chinas ambitionierte Pläne im Bereich der Kernfusion übertreffen internationale Projekte wie den ITER.
  • Der Physiker Zhao Zhongxian spielte eine Schlüsselrolle bei der Materialentwicklung für die Fusionsenergie.
  • Die Anwendung des CHSN01-Stahls könnte die Realisierung von Fusionsenergie als nachhaltige Energiequelle beschleunigen.

Die Entwicklung neuer Materialien ist ein entscheidender Faktor für den Fortschritt im Bereich der Kernfusionstechnologie. Ein bemerkenswertes Beispiel dafür ist der „China high-strength low-temperature steel No 1“ (CHSN01), der in den letzten Jahren erhebliche Aufmerksamkeit erregt hat. Dieser speziell entwickelte Stahl ist das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung und wurde entwickelt, um die extremen Bedingungen in Fusionsreaktoren zu erfüllen. Mit seiner Fähigkeit, sowohl hohe magnetische Felder als auch extreme Druckverhältnisse zu bewältigen, setzt CHSN01 neue Maßstäbe in der Materialwissenschaft und könnte die Kernfusionstechnologie revolutionieren.

Chinas ambitionierte Pläne für die Kernfusion

Schon vor über einem Jahrzehnt begannen chinesische Wissenschaftler, die Grenzen der internationalen Fusionsprojekte zu überschreiten. Bereits 2011 entwickelte ein Team in China die erste praktikable Materiallösung für die Magnete von Fusionsreaktoren. Dies geschah in einer Zeit, in der die Anforderungen an die Materialien immer komplexer wurden.

Li Laifeng, ein Forscher am Technischen Institut für Physik und Chemie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, äußerte sich jedoch vorsichtig optimistisch. Obwohl die Magnete des Internationalen Thermonuklearen Experimentalreaktors (ITER) für maximale Felder von 11,8 Tesla ausgelegt waren, wies er darauf hin, dass zukünftige Reaktoren noch stärkere magnetische Felder und fortschrittlichere Materialien benötigen würden.

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Der ITER, der in Frankreich gebaut wird, ist lediglich für Forschungszwecke gedacht und wird keine Elektrizität erzeugen, anders als der von China geplante Fusionsreaktor. Im Jahr 2017 präsentierte Li auf einer internationalen Konferenz ein neues Material, das auf Skepsis stieß. Viele internationale Experten glaubten, dass eine Verbesserung des bereits für extreme Bedingungen ausgelegten 316LN-Edelstahls kaum möglich sei.

Die Rolle eines angesehenen Physikers

Der entscheidende Durchbruch gelang erst im Jahr 2020, als der renommierte Physiker Zhao Zhongxian, ein führender Experte für Kryophysik und Preisträger des höchsten chinesischen Wissenschaftspreises, in das Projekt involviert wurde. Seine Teilnahme verlieh dem Projekt in einem kritischen Moment neuen Schwung.

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Im Jahr 2021 legte China strenge Standards für seine Fusionsreaktormaterialien fest: 1.500 MPa Streckgrenze und über 25 % Dehnung bei kryogenen Temperaturen. Diese Anforderungen unterstrichen die Notwendigkeit, fortschrittlichen Stahl zu entwickeln. Li Laifeng gründete eine nationale Forschungsallianz, die Institute, Unternehmen und Schweißspezialisten vereinte, um einen neuen heimischen kryogenen Stahl zu entwickeln.

Im August 2023 bestätigte sich, dass der CHSN01-Stahl die entscheidenden Standards erfüllt: Er kann 20 Tesla Magnetfelder und 1.300 MPa Druck aushalten und bietet eine hohe Ermüdungsfestigkeit. Der Stahl wird nun im BEST-Fusionsreaktor Chinas eingesetzt, dessen Fertigstellung für 2027 geplant ist.

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Technologische Meilensteine und Anwendungen

Der CHSN01-Stahl markiert einen wichtigen Meilenstein in der Materialwissenschaft. Er ist ein Beispiel für Chinas Fähigkeit, nicht nur mit internationalen Standards Schritt zu halten, sondern diese zu übertreffen. Der Stahl wird derzeit in Chinas BEST-Fusionsreaktor verwendet, der im Mai 2023 mit der Montage begann. Von den über 6.000 Tonnen an Teilen, die für den Reaktor montiert werden, bestehen 500 Tonnen aus in China produziertem CHSN01-Stahl.

China plant, den CHSN01-Stahl auch über Fusionsprojekte hinaus einzusetzen. Dies zeigt das Potenzial des Materials für eine Vielzahl von Anwendungen, die über die Energieerzeugung hinausgehen. Die Entwicklung solcher Materialien könnte auch in anderen Hochtechnologiebereichen wie der Luft- und Raumfahrt oder der Tiefseeerkundung von Bedeutung sein.

Ausblick auf die Zukunft der Fusionsenergie

Mit der Einführung des CHSN01-Stahls steht China an der Spitze der Entwicklung von Materialien für Fusionsreaktoren. Die Fortschritte, die in der Materialwissenschaft erzielt wurden, könnten die Realisierung von Fusionsenergie als praktikable Energiequelle beschleunigen. Die Fähigkeit, extremen Bedingungen standzuhalten, macht den CHSN01-Stahl zu einem Schlüsselfaktor für zukünftige technologische Entwicklungen.

Die Frage bleibt jedoch, wie schnell und in welchem Umfang diese Entwicklungen umgesetzt werden können. Wird China in der Lage sein, die technologische Vorherrschaft im Bereich der Fusionsenergie zu behaupten und die Welt in eine neue Ära der Energieerzeugung zu führen?

Dieser Artikel basiert auf verifizierten Quellen und wird durch redaktionelle Technologien unterstützt.
Leon Schneider

Forschung, Energie, Klima, Städte und Märkte

Leon Schneider

Leon Schneider war Projektingenieur bei einem Planungsbüro für Windparks in Schleswig-Holstein. Er berichtet über Energie, Märkte und die Wirtschaft der Energiewende, mit Zahlen aus Netzbetreiberdaten. Er segelt im Sommer auf der Ostsee.