Im Regierungsbezirk Münster stehen rund 19 Millionen Euro für neun Projekte aus Klimaanpassung, energetischer Sanierung, Forschung, Mobilität und Wirtschaft bereit. Die Mittel stammen vom Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union. Die Förderbescheide wurden an Kommunen und Projektpartner in der Region übergeben, wie die Bezirksregierung Münster zu den Förderbescheiden mitteilt.
Kurz gesagt
- Im Regierungsbezirk Münster werden rund 19 Millionen Euro für neun Projekte bereitgestellt.
- Die Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union betreffen Klimaanpassung, Sanierung, Forschung, Mobilität und Wirtschaft.
- NRW-DiRecLab erhält knapp 4,3 Millionen Euro für eine Forschungsinfrastruktur zum Batterierecycling in Münster und Aachen.
- Waltrop erhält rund 4,8 Millionen Euro für Maßnahmen gegen Überflutungen durch Starkregen.
Das Paket umfasst Vorhaben mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Es reicht von Schutzmaßnahmen gegen Starkregen über die Sanierung öffentlicher Gebäude bis zum Aufbau von Forschungsinfrastruktur und dem Umbau eines Bahnhofs. Die Förderung bezieht sich auf den Regierungsbezirk Münster und mehrere Kommunen der Region. Sie ist damit nicht allein der Stadt Münster zuzuordnen.
Die neun Projekte sollen jeweils konkrete kommunale, wirtschaftliche oder wissenschaftliche Aufgaben bearbeiten. Die Fördermittel schaffen dafür die finanzielle Grundlage. Welche Wirkungen die einzelnen Vorhaben entfalten, entscheidet sich mit ihrer Umsetzung vor Ort.
Klimaanpassung und Sanierung als kommunale Aufgaben
Den größten genannten Einzelbetrag erhält die Stadt Waltrop. Rund 4,8 Millionen Euro sind für die Klimaanpassung im Bereich Tinkhofstraße und Velsenstraße vorgesehen. Dort sollen Mulden, Rückhalteflächen, barrierefreie Wasserwege und Leitdämme den Bereich besser gegen Überflutungen durch Starkregen schützen. Die Maßnahmen richten sich auf besonders gefährdete Einrichtungen und angrenzende Wohngebiete.
Das Projekt verbindet mehrere Elemente der örtlichen Vorsorge. Rückhalteflächen und Mulden sollen Wasser aufnehmen, während Wasserwege und Leitdämme den Umgang mit Starkregen verbessern sollen. Die Förderung betrifft damit eine Anpassungsmaßnahme in einem klar abgegrenzten Stadtbereich. Sie beschreibt keine bereits erreichten Ergebnisse, sondern die nun mögliche Umsetzung der vorgesehenen Arbeiten.

Auch bei öffentlichen Gebäuden fließen Mittel in die energetische Modernisierung. Die Gemeinde Havixbeck erhält rund 3,8 Millionen Euro für die Doppelturnhalle der Anne-Frank-Gesamtschule. Vorgesehen ist eine umfassende und energieeffiziente Sanierung von Gebäudehülle und Technik. Für die Stadt Warendorf sind rund 3 Millionen Euro zur energetischen Sanierung einer 2-Feldsporthalle vorgesehen.
In Warendorf sollen unter anderem Fassaden, Fenster und Dach erneuert werden. Hinzu kommen zusätzliche Dämmung, LED-Beleuchtung, eine Lüftungsanlage und die Anbindung an das Fernwärmenetz. Damit stehen zwei verschiedene kommunale Aufgaben nebeneinander: die Anpassung an Überflutungen durch Starkregen und die Modernisierung bestehender Gebäude mit Blick auf Energieeffizienz.
Recyclingforschung, Bioökonomie und Unternehmensnachfolge
Knapp 4,3 Millionen Euro erhält das Verbundprojekt NRW-DiRecLab. In Münster und Aachen soll eine flexible Forschungsinfrastruktur entstehen, um neue Recyclingverfahren für Elektrodenreste aus der Batteriezellproduktion zu entwickeln und zu erproben. Den Aufbau und Betrieb gestalten die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle in Münster und Production Engineering of E-Mobility Components der RWTH Aachen gemeinsam.
Das Vorhaben zielt darauf, hochwertige Materialien zurückzugewinnen und direkt in die Zellfertigung einzubringen. Damit steht es im Zusammenhang mit Forschung zu Ressourcen- und Kreislauffragen, bei der die Nutzung und Rückgewinnung von Materialien im Mittelpunkt steht. Die Förderung ist an den Aufbau und Betrieb der Forschungsinfrastruktur geknüpft, nicht an bereits nachgewiesene industrielle Ergebnisse.
Ein weiteres Verbundvorhaben trägt den Titel „ZiBi – Zirkuläre Bioökonomie Münsterland“. Die FH Münster und der Münsterland e.V. erhalten dafür rund 1,9 Millionen Euro. Das Projekt soll biogene Reststoffe aus Landwirtschaft, Industrie und Lebensmittelverarbeitung nachhaltiger nutzen und hochwertig verwerten. Kern ist eine Plattform, die Stoffströme, Qualitäten und Nutzungsmöglichkeiten miteinander verknüpfen soll.
Auch die regionale Wirtschaft ist Teil des Förderpakets. Für „Zukunft Unternehmensnachfolge Münsterland“ sind rund 1,1 Millionen Euro vorgesehen. Das Vorhaben unterstützt kleine und mittlere Unternehmen bei der frühzeitigen Planung von Unternehmensnachfolgen. Zu den Beteiligten gehören Münsterland e.V., die FH Münster, Wirtschafts- und Handwerkskammern sowie regionale Wirtschaftsförderungen in Borken, Steinfurt, Coesfeld und Warendorf.

Eine Onlineplattform mit Selbstevaluationstool bildet den Kern des Projekts. Sie soll zeigen, wie übergabebereit ein Betrieb ist, und konkrete nächste Schritte empfehlen. Workshops und Erklärvideos ergänzen den Ansatz. Dabei rücken Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Innovationsmanagement und Unternehmenskultur in den Fokus.
Mobilität und Verkehrssicherheit in Bocholt und Nottuln
In Bocholt fließen 3,2 Millionen Euro in den Umbau des Bahnhofs zu einer Mobilstation. Im Mittelpunkt stehen Barrierefreiheit und die bessere Verknüpfung von Bus, Bahn, Rad- und Fußverkehr. Zudem sollen die Kapazitäten für den Busverkehr erweitert und neue Aufenthaltsbereiche mit Begrünung geschaffen werden.
Für den Umbau des Knotenpunkts Innenstadtring und Bahnhof erhält die Stadt Bocholt außerdem rund 706.000 Euro. Der Verkehrsraum soll zugunsten von Fußgängerinnen, Fußgängern und Radfahrenden neu aufgeteilt werden. Dafür sollen Fahrspuren für den Kfz-Verkehr reduziert werden. Das Projekt konzentriert sich auf die Verkehrssicherheit im Innenstadtbereich.
In Nottuln entsteht am Waldspielplatz an der Kolpingstraße eine Street-Flow-Skateanlage. Das Vorhaben geht auf den Wunsch von Jugendlichen zurück, die sich im Rahmen des Jugend-Entscheidet-Programms eingebracht haben. Die Gemeinde erhält dafür 250.000 Euro aus dem LEADER-Programm des Landes.
Die neun Vorhaben verbinden damit Forschung, Gebäudemodernisierung, kommunale Klimaanpassung, Unternehmensentwicklung und Verkehrsinfrastruktur. Eine weitere Darstellung des Förderpakets findet sich bei Wirtschaft aktuell mit den regionalen Förderprojekten. Die genannten Einzelbeträge sind Teil eines Gesamtpakets von rund 19 Millionen Euro, ohne dass daraus eine exakte Summe der einzelnen Förderungen abgeleitet werden kann.
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