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Deutscher Bauroboter revolutioniert Baustellen: „Wir Menschen sind nur noch Zuschauer“ warnt Arbeiter vor technologischer Übermacht

Anna Schmidt Von Anna Schmidt
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Deutscher Bauroboter revolutioniert Baustellen: „Wir Menschen sind nur noch Zuschauer“ warnt Arbeiter vor technologischer Übermacht
Illustration von der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter auf einer klimafreundlichen Baustelle.
KURZ GESAGT
  • Die Integration von Robotik in Handwerksberufe erweitert die menschlichen Fähigkeiten und erhöht die Präzision.
  • Kollaborative Robotik soll Handwerk nicht ersetzen, sondern durch technologische Unterstützung gezielt stärken.
  • Durch die Entwicklung klimafreundlicher Bauweisen wird Nachhaltigkeit in der Bauindustrie gefördert.
  • Die Zusammenarbeit von digitaler Planung, robotischer Ausführung und Handwerkskunst schafft innovative Bauprozesse.

Die Integration von Robotik in Handwerksberufe wird oft als Bedrohung für traditionelle Handwerkskunst wahrgenommen. Doch ein aktuelles Projekt der Technischen Universität München zeigt, dass dies nicht zwangsläufig der Fall sein muss. Hierbei handelt es sich um die Entwicklung und den Einsatz eines Roboters, der bei der Errichtung einer klimafreundlichen Mauer assistiert. Die Innovation zielt darauf ab, die Präzision und Effizienz im Bauwesen zu erhöhen, ohne dabei die menschlichen Handwerker zu ersetzen. Vielmehr wird die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine als Möglichkeit gesehen, handwerkliche Fähigkeiten gezielt zu erweitern und zu verbessern.

Roboter bietet Präzision, wo Menschen an ihre Grenzen stoßen

„Es macht Sinn, auf diese Weise zu bauen“, erklärt Markus Bruckner, Ausbilder für Maurer und Verputzer bei der Bauinnung München-Ebersberg. Der Roboter, der bei diesem Projekt eingesetzt wird, ist mit einem Greifarm ausgestattet und kann sich mobil entlang der Baustelle bewegen. Dadurch ist er in der Lage, jede Stelle der etwa 4 x 2,50 Meter großen Mauer zu erreichen. Bruckner betont, dass der Roboter dort Präzision bietet, wo Menschen an ihre Grenzen stoßen.

Auch die Lehrlinge von Bruckner sehen die Vorteile der Technologie. Dragan Stanojevic, ein angehender Maurer, der nächstes Jahr seine Ausbildung abschließt, berichtet, dass es anfangs ungewohnt war, neben einem Roboterarm zu arbeiten. Doch mittlerweile sei es leicht vorstellbar, diese Technologie in den Arbeitsalltag zu integrieren.

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Kollaborative Robotik ersetzt nicht das Handwerk

Ein wesentlicher Aspekt des Projekts ist die Erkenntnis, dass kollaborative Robotik nicht darauf abzielt, das Handwerk zu ersetzen, sondern es gezielt zu erweitern. Dies betont auch Kathrin Dörfer, Professorin für Digitale Fertigung an der TUM. In Zusammenarbeit mit Laura Lammel, Meisterin bei der Bauinnung München-Ebersberg, initiierte sie den Workshop, der die Grundlagen für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine legt.

„Gerade das Zusammenspiel von digitaler Planung, robotischer Ausführung und Handwerkskunst schafft neue Möglichkeiten im Bauprozess“, erklärt Dörfer. Diese Entwicklungen eröffnen Perspektiven für Auszubildende in einem zukunftssicheren Handwerk, das durch neue Technologien nicht verdrängt, sondern gestärkt wird.

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Basierend auf der Idee eines einfacheren Bauens

Ein weiterer Fokus des Projekts liegt auf der Idee eines einfacheren Bauens, zum Beispiel durch den ausschließlichen Einsatz von Ziegeln. Anstelle komplexer Wandstrukturen mit verschiedenen Materialien legen die Auszubildenden Ziegel in mehreren Schichten hintereinander. Die Mauer ist nun „vier Köpfe tief“, was einer Gesamtdicke von 55 Zentimetern entspricht, 20 bis 25 Zentimeter mehr als gewöhnlich.

„Witterungsbeständige Klinker oder imprägnierte Ziegel werden außen verwendet, während innen zunächst mit Lochziegeln isoliert werden soll“, erklärt Fleckenstein. Bruckner, der als Maurermeister und Bautechniker tätig ist, hebt hervor, dass Ziegel ein einfaches und nachhaltiges Bauen ermöglichen. Bei monomaterialen Konstruktionen denkt man auch an eine leichtere Demontage und Wiederverwendbarkeit.

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Nachhaltigkeit durch klimafreundliches Bauen

Das langfristige Ziel des Projekts ist es, eine Entwurfsmethodik für klimaresiliente Gebäudehüllen in städtischen Umgebungen zu entwickeln und zu etablieren. Dies erfolgt durch differenzierte geometrische Konfigurationen, die durch klimatische Simulationen und den Einsatz monomaterialer Konstruktionen informiert werden. Die Forscher betonen, dass diese Ansätze nicht nur ökologisch sinnvoll sind, sondern auch ökonomische Vorteile bieten könnten.

„Es ist das Zusammenspiel von Technologie und Handwerk, das den Weg für eine nachhaltigere Bauweise ebnet“, sagt Dörfer.

Die Integration von Robotik in die Bauindustrie eröffnet spannende Möglichkeiten für die Zukunft des Handwerks. Es stellt sich jedoch die Frage, wie schnell und in welchem Umfang solche Technologien auf breiter Basis eingesetzt werden können. Wird die Bauindustrie die Herausforderungen meistern, um diese Technologien effektiv in den Arbeitsalltag zu integrieren?

Dieser Artikel basiert auf verifizierten Quellen und wird durch redaktionelle Technologien unterstützt.
Anna Schmidt

Forschung, Energie, Klima, Städte und Märkte

Anna Schmidt

Anna Schmidt hat mehrere Jahre in der Pressestelle einer Stadtverwaltung in Nordrhein-Westfalen gearbeitet. Bei Glocalist schreibt sie über Politik, Städte und aktuelle Nachrichten, besonders über kommunale Entscheidungen. Sie fährt jeden Tag mit dem Rad ins Büro, auch im Winter.