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„EU verhängt Rekordstrafe: Google muss $3,45 Milliarden zahlen, während Unternehmen in Schockzustand geraten“

Anna Schmidt Von Anna Schmidt
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„EU verhängt Rekordstrafe: Google muss $3,45 Milliarden zahlen, während Unternehmen in Schockzustand geraten“
Illustration von der Milliardenstrafe der EU gegen Google wegen wettbewerbswidriger Praktiken in der Werbetechnologie.
KURZ GESAGT
  • Die Europäische Union verhängte eine Milliardenstrafe gegen Google wegen wettbewerbswidriger Praktiken.
  • Google wird beschuldigt, seine eigenen Werbedienste bevorzugt und Wettbewerber benachteiligt zu haben.
  • EU-Kommissarin Margrethe Vestager betonte die Bedeutung von Fairness und Vertrauen in digitalen Märkten.
  • Google plant, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen und kritisierte die Maßnahme als ungerechtfertigt.

Die Europäische Union hat Google mit einer Geldstrafe von 2,95 Milliarden Euro belegt. Der Grund dafür sind wettbewerbswidrige Praktiken im Bereich der Werbetechnologie. Diese Entscheidung stellt die vierte bedeutende Strafe dar, die Google im langjährigen Konflikt mit den EU-Regulierungsbehörden erhält. Die Europäische Kommission kritisierte Google dafür, dass es seine eigenen Dienstleistungen im Bereich der Online-Werbeanzeigen bevorzugt habe. Dies habe zu einer Benachteiligung von Konkurrenten und Online-Publishern geführt. Der Missbrauch der Marktstellung durch Google sei seit 2014 erkennbar.

Selbstbevorzugung als zentraler Punkt der Strafe

Die Europäische Kommission hat Google aufgefordert, die Praktiken der Selbstbevorzugung einzustellen und die zugrunde liegenden Interessenkonflikte zu lösen. Google hat 60 Tage Zeit, um seine Pläne zur Einhaltung der Anforderungen vorzulegen, und weitere 30 Tage, um diese umzusetzen. Sollte Google keine wirksamen Lösungsvorschläge unterbreiten, deutete die EU an, dass es zu einem Verkauf von Unternehmensteilen kommen könnte.

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EU-Kommissarin Margrethe Vestager betonte, dass digitale Märkte im Dienste der Menschen stehen müssen und auf Vertrauen und Fairness gründen. Wenn Märkte versagen, seien öffentliche Institutionen gefordert, um zu verhindern, dass dominante Akteure ihre Macht missbrauchen. Der frühere US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Strafe als „unfair“ und „diskriminierend“. Er drohte mit einer möglichen Handelsuntersuchung nach Section 301, um die Strafen aufzuheben.

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Google legt Einspruch gegen die Entscheidung ein

Google kritisierte die Entscheidung der Kommission scharf und plant, dagegen Berufung einzulegen. Lee-Anne Mulholland, Vizepräsidentin und globale Leiterin der Abteilung für regulatorische Angelegenheiten bei Google, erklärte, die Entscheidung der Europäischen Kommission sei falsch und die verhängte Geldstrafe ungerechtfertigt. Die geforderten Änderungen würden tausenden europäischen Unternehmen schaden.

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Der Europäische Verlegerverband kritisierte, dass kein Beschluss zur Zerschlagung von Google getroffen wurde. Angela Mills Wade, Geschäftsführerin des Verbandes, äußerte, dass eine Geldstrafe alleine nicht ausreichen werde, um Googles Missbrauch im Bereich der Werbetechnologie zu beheben. Ohne starke Durchsetzung werde Google die Strafe nur als Geschäftskosten betrachten und weiterhin seine Dominanz im KI-Zeitalter ausbauen.

Hintergründe und frühere Strafen

Diese Strafe reiht sich ein in eine Reihe früherer EU-Strafen gegen Google. Bereits 2018 wurde das Unternehmen mit einer Strafe von 4,34 Milliarden Euro belegt, 2017 mit 2,42 Milliarden Euro und 2019 mit 1,49 Milliarden Euro. Parallel dazu steht Google auch in den USA vor einem Verfahren des Justizministeriums, welches am 22. September beginnt und sich mit der Dominanz des Unternehmens im Bereich der Online-Werbung befasst.

Im Jahr 2024 erzielte Google Werbeeinnahmen in Höhe von 264,6 Milliarden Euro, was 75,6 % des gesamten Umsatzes ausmachte. Der Bereich der Werbetechnologie, der die Verwaltung von Werbung auf Webseiten Dritter umfasst, wird dabei nicht gesondert ausgewiesen.

Jahr Strafe in Milliarden Euro
2017 2,42
2018 4,34
2019 1,49
2025 2,95

Die jüngste Entscheidung der Europäischen Kommission gegen Google verdeutlicht die kontinuierlichen Bemühungen der EU, den Wettbewerb in der digitalen Wirtschaft zu fördern. Doch bleibt die Frage, ob solche Strafen tatsächlich ausreichend sind, um die Marktdominanz großer Technologieunternehmen nachhaltig zu reduzieren. Wird es langfristig gelingen, faire Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer zu schaffen?

Dieser Artikel basiert auf verifizierten Quellen und wird durch redaktionelle Technologien unterstützt.
Anna Schmidt

Forschung, Energie, Klima, Städte und Märkte

Anna Schmidt

Anna Schmidt hat mehrere Jahre in der Pressestelle einer Stadtverwaltung in Nordrhein-Westfalen gearbeitet. Bei Glocalist schreibt sie über Politik, Städte und aktuelle Nachrichten, besonders über kommunale Entscheidungen. Sie fährt jeden Tag mit dem Rad ins Büro, auch im Winter.