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„Ich fand ein Monster in Stein!“: 26 Millionen Jahre altes Raubtier verändert Geschichte der Wale dramatisch

Anna Schmidt Von Anna Schmidt
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„Ich fand ein Monster in Stein!“: 26 Millionen Jahre altes Raubtier verändert Geschichte der Wale dramatisch
Illustration von Janjucetus dullardi, einem frühen Walraubtier.
KURZ GESAGT
  • Die Entdeckung von Janjucetus dullardi bietet neue Einblicke in die Evolution der Wale.
  • Der Fund zeigt, dass frühe Wale wie Raubtiere jagten und nicht nur sanfte Filterfresser waren.
  • Durch MicroCT-Scans konnten Forscher die Ohrstrukturen und Jagdmethoden dieser Wale rekonstruieren.
  • Die Forschungsergebnisse könnten helfen, die Anpassung von Meerestieren an heutige Klimaveränderungen zu verstehen.

Die jüngste Entdeckung eines Fossils an der Surf Coast in Victoria, Australien, hat neue Einblicke in die Evolution der Wale eröffnet. Der Fund eines partiellen Schädels und der Zähne von Janjucetus dullardi zeigt, dass diese frühen Wale einst aktive Raubtiere waren. Die Kombination aus großen, nach vorne gerichteten Augen, einem kurzen Schnauzenbereich und scharfen Zähnen deutet darauf hin, dass Janjucetus dullardi vor etwa 26 Millionen Jahren die Meere unsicher machte. Diese Entdeckung wirft ein neues Licht auf die Ursprünge der Bartenwale, die wir heute als sanfte Filterfresser kennen.

Ein Fund am Strand führt zu bahnbrechenden Erkenntnissen

Im Juni 2019 entdeckte der Anwohner Ross Dullard bei einem Spaziergang entlang der Küste den Schädel von Janjucetus dullardi. Er erkannte die wissenschaftliche Bedeutung des Fundes und übergab das Exemplar an das Museums Victoria. Die Forscher ehrten ihn, indem sie die neue Art nach ihm benannten. Dr. Erich Fitzgerald, leitender Kurator für Wirbeltierpaläontologie am Museums Victoria Research Institute, betonte die Bedeutung solcher öffentlicher Entdeckungen. „Diese Entdeckung hat ein ganzes Kapitel der Wal-Evolution freigelegt, das wir zuvor noch nie gesehen haben“, sagte Fitzgerald.

Der fossile Fund stammt von einem Jungtier, das knapp über zwei Meter lang war. Es gehört zu einer Gruppe namens Mammalodontiden, einer kurzlebigen Familie früher Wale, die nur während des Oligozäns, vor etwa 30 bis 23 Millionen Jahren, lebte. Der Hauptautor der Studie, Ruairidh Duncan, beschrieb das Wesen lebhaft als „eine kleine Walart mit großen Augen und einem Maul voller scharfer, schneidender Zähne“. Diese Entdeckung ermöglicht es Wissenschaftlern, die frühe Entwicklung der Wale besser zu verstehen.

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Die Geschichte der Wal-Evolution neu schreiben

Bisher sind weltweit nur drei weitere Mammalodontiden-Arten bestätigt, zwei davon ebenfalls aus Victoria. Diese jüngste Entdeckung ist die erste, die sowohl die Zähne als auch die inneren Ohrstrukturen in feinem Detail bewahrt. Diese Merkmale sind entscheidend, um zu rekonstruieren, wie frühe Wale ihre Umgebung wahrnahmen, jagten und sich durch das Wasser bewegten. MicroCT-Scans enthüllten empfindliche Komponenten in den Ohrknochen, darunter die Cochlea. Diese Ergebnisse liefern Hinweise darauf, wie Janjucetus dullardi in der Lage war, sich in den alten Meeren zu orientieren und Beute zu erkennen.

Dr. Fitzgerald erklärte, dass dieser fossile Fund „ein Fenster öffnet, wie uralte Wale wuchsen und sich veränderten“. Er betonte, dass die Überreste aus der Jan Juc Formation stammen, einer fossilreichen Stätte, die aus einer Zeit globaler Erwärmung und steigender Meeresspiegel datiert. Die Region wird nun als eines der weltweit aufstrebenden Zentren für das Studium der frühen Wal-Evolution angesehen.

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Die Bedeutung der Entdeckung für die heutige Forschung

Mit den Erkenntnissen aus dem Fund können Wissenschaftler besser verstehen, wie prähistorische Wale sich an warme Ozeane anpassten. Diese Erkenntnisse könnten helfen, vorherzusagen, wie Meerestiere heute mit den Klimaveränderungen umgehen könnten. „Diese Region war einst eine Wiege für einige der ungewöhnlichsten Wale der Geschichte“, sagte Fitzgerald, „und wir beginnen gerade erst, ihre Geschichten zu entdecken.“

Lynley Crosswell, CEO und Direktorin von Museums Victoria, hob die breitere Bedeutung der Arbeit hervor. „Die Ergebnisse zeigen die Kraft unserer Sammlungen, Geschichten zu entschlüsseln, die unsere Sicht auf das Leben auf der Erde verändern“, sagte Crosswell. Sie würdigte die Großzügigkeit der Öffentlichkeit und die wissenschaftliche Expertise, die dem Institut helfen, „weltweit bedeutende Beiträge zur Evolutionsforschung“ zu leisten.

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Ein Blick in die Zukunft der Paläontologie

Das Team von Museums Victoria erwartet in den kommenden Jahren weitere Funde von der Surf Coast sowie neue Erkenntnisse aus bereits in der Sammlung des Museums vorhandenen Exemplaren. Diese Entdeckung unterstreicht die Bedeutung öffentlicher Beteiligung an der Wissenschaft und die Rolle, die Fossilien bei der Erforschung der Vergangenheit spielen. Die Forscher hoffen, durch weitere Funde das Verständnis der Wal-Evolution weiter zu vertiefen und neue Kapitel in der Geschichte dieser faszinierenden Meerestiere aufzuschlagen.

Die Entdeckung von Janjucetus dullardi wirft Fragen über die zukünftige Erforschung früher Walarten und deren Anpassung an sich verändernde Umweltbedingungen auf. Welche weiteren Geheimnisse könnten in den Fossilienlagern der Welt verborgen sein?

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Anna Schmidt

Forschung, Energie, Klima, Städte und Märkte

Anna Schmidt

Anna Schmidt hat mehrere Jahre in der Pressestelle einer Stadtverwaltung in Nordrhein-Westfalen gearbeitet. Bei Glocalist schreibt sie über Politik, Städte und aktuelle Nachrichten, besonders über kommunale Entscheidungen. Sie fährt jeden Tag mit dem Rad ins Büro, auch im Winter.