Forschung

Neue Bildgebungsmethode: Forscher enthüllen „gefrorene organische Partikel“ und schockieren die Wissenschaftswelt mit ihren beunruhigenden Implikationen in der Klimaforschung

Lukas Müller Von Lukas Müller
3 Min. Lesezeit
Neue Bildgebungsmethode: Forscher enthüllen „gefrorene organische Partikel“ und schockieren die Wissenschaftswelt mit ihren beunruhigenden Implikationen in der Klimaforschung
Illustration von der neuen Kryo-Elektronenmikroskopie-Technik zur Analyse von Struktur und Elementarprofil empfindlicher Materialien.
KURZ GESAGT
  • Die neue Kryo-Elektronenmikroskopie-Technik ermöglicht eine gleichzeitige Analyse von Struktur und Elementarprofil empfindlicher Materialien.
  • Durch das blitzschnelle Einfrieren von Proben bleiben ihre Strukturen in einem nahezu natürlichen Zustand erhalten.
  • Verbesserte Methoden zur Hintergrundkorrektur und Driftkompensation erhöhen die Bildqualität erheblich.
  • Die Anwendung dieser Technik eröffnet neue Möglichkeiten in der Biomaterialforschung, bei medizinischen Implantaten und in der Lebensmitteltechnologie.

Eine neue Technik in der Kryo-Elektronenmikroskopie könnte die Art und Weise revolutionieren, wie Wissenschaftler biologische und organische Materialien untersuchen. Durch die Kombination von verbesserter Hintergrundkorrektur mit stabilen Scanmethoden wird das gesamte Elementarprofil empfindlicher Materialien sichtbar gemacht. Diese Innovation verspricht nicht nur eine erheblich verbesserte Bildqualität, sondern könnte auch langjährige Herausforderungen in der Untersuchung der Elementarzusammensetzung von Proben überwinden.

Die Grenzen der bisherigen Methoden überwinden

Die Kryo-Transmissions-Elektronenmikroskopie (Kryo-TEM) hat sich als unverzichtbares Werkzeug in der biologischen und organischen Forschung etabliert. Durch das blitzschnelle Einfrieren von Proben bleibt ihre Struktur in einem nahezu natürlichen Zustand erhalten, was eine hochauflösende Untersuchung ihrer Größe, Form und Verteilung ermöglicht. Doch bislang war die Ermittlung der Elementarzusammensetzung, ein wesentlicher Faktor zum Verständnis der Materialfunktion, eine große Hürde.

Bestehende Lösungen wie energiegefiltertes TEM (EF-TEM) und Elektronen-Energieverlustspektroskopie (EELS) können zwar elementare Signale erfassen, bringen jedoch auch Nachteile mit sich. Häufig kommt es zu Probenbeschädigungen oder Bilddrift, was die Bildqualität stark beeinträchtigen kann. Diese Techniken wurden bisher vor allem für Metalle oder Massenmaterialien angewendet.

Neue Entwicklungen an der Tohoku Universität

Ein Team von der Tohoku Universität hat nun eine Methode entwickelt, die diese Einschränkungen überwindet. Mit einer neuen Kryo-EELS/EF-TEM-Technik können sowohl die Struktur als auch das Elementarprofil von Proben in gefrorenen Lösungsmitteln erfasst werden, ohne die Bildklarheit zu beeinträchtigen oder die Probe zu beschädigen.

„Microsoft recycelt Kloabfälle!“: Diese Ungewöhnliche Strategie Reduziert Emissionen des KI-Riesen und Schockiert die Umweltwelt

Konventionelle EELS-Bildgebung stößt auf zwei Hauptprobleme: Innerhalb der Probe vorhandenes Eis erhöht unerwünschte Hintergrundsignale und Bilddrift während des Scannens führt zu Unschärfen. Diese Herausforderungen erschweren besonders bei biologischen oder weichen organischen Proben die genaue Analyse.

Um diese Probleme zu lösen, hat das Tohoku-Team die „3-Fenster-Methode“ verfeinert, eine bekannte EELS-Hintergrundkorrektur, die speziell für gefrorene Bedingungen angepasst wurde.

Durch diese verbesserte Hintergrundsubtraktion lassen sich störende Eisinterferenzen beseitigen, sodass die elementaren Signale des Zielmaterials klar hervortreten.

„Diese Batterien könnten alles verändern“: Revolutionäre Mangan-Natrium-Batterien erhalten durch Kupfer-Upgrade ungeahnte Leistungssteigerung

Stabilität durch Driftkompensation

Drift war bei langen EELS-Scans ein weiteres großes Problem. Die Forscher führten ein Driftkompensationssystem ein, das das Bild während der Datenerfassung stabilisiert. Darüber hinaus entwickelten sie eine Softwareerweiterung für das ParallEM-Mikroskopsteuerungssystem, die Energieverschiebungsanpassungen während der Elementarmapping automatisiert und den Prozess erheblich vereinfacht.

Mit dieser neuen Methode konnten die Forscher die Siliziumverteilung in Silica-Nanopartikeln visualisieren, die nur 10 Nanometer groß sind. Die Partikel waren in gefrorenem Lösungsmittel suspendiert, was reale biologische Bedingungen genau nachahmt.

Auch an Hydroxylapatit-Partikeln, einem in Knochen und Zähnen vorkommenden Kalziumphosphatmaterial, wurde die Technik getestet. Die Methode zeigte klar die Verteilung von Kalzium und Phosphor, zwei biologisch bedeutenden Elementen, zusammen mit der Struktur der Partikel.

„Wir haben das Unsichtbare sichtbar gemacht“: Wissenschaftler Revolutionieren Die Welt Der Physik Durch Das Einfangen Atomarer Bewegungen auf Kamera

Neue Horizonte in der Materialforschung

Die Fähigkeit, sowohl Struktur als auch Zusammensetzung mit solch feiner Auflösung abzubilden, eröffnet zahlreiche neue Möglichkeiten. Diese Technik kann nun Forschung in Bereichen wie Biomaterialien, medizinischen Implantaten, Lebensmitteltechnologie, Katalysatoren und sogar funktionalen Tinten unterstützen.

Durch das Überwinden der zentralen Einschränkungen von Kryo-EELS und EF-TEM, nämlich Drift, Beschädigung und Hintergrundrauschen, hat das Team der Tohoku Universität die Grenzen dessen erweitert, was mit Kryo-TEM möglich ist.

Forscher aus verschiedenen Disziplinen verfügen nun über ein mächtiges neues Werkzeug, um die versteckte Chemie von Nanomaterialien zu erforschen, ohne dabei Details oder die Integrität ihrer Proben zu verlieren.

Die bahnbrechenden Ergebnisse dieser Forschung wurden in der renommierten Fachzeitschrift Analytical Chemistry veröffentlicht. Angesichts der Möglichkeiten, die sich durch diese neue Technik eröffnen, stellt sich die Frage, wie sie in Zukunft weitere wissenschaftliche Disziplinen beeinflussen könnte. Welche neuen Entdeckungen könnten durch diese präzise Analyse noch ans Licht kommen?

Dieser Artikel basiert auf verifizierten Quellen und wird durch redaktionelle Technologien unterstützt.
Lukas Müller

Forschung, Energie, Klima, Städte und Märkte

Lukas Müller

Lukas Müller hat als technischer Assistent in einem Forschungsinstitut für Meteorologie gearbeitet. Er schreibt über Forschung und Klima und geht dabei stets auf die Originalstudien zurück. Er fotografiert Wolkenformationen und führt darüber ein kleines Tagebuch.